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Journal 2010

30.12.2010
"Eine Nacht in Venedig" mit der "Lautten Compagney Berlin" im Rokokotheater Schwetzingen. Ein Genuß!! Selten, dass man eine Frau (hier: Annette Rheinfurth) am Kontrabass sieht. Es bewährt sch immer wieder, in der ersten Reihe zu sitzen - so gibt es nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Rund 30 Euro für einen Platz war angemessen.

26.12.2010
Mozart "Die Zauberflöte" im Opernzelt Heidelberg. Alle zehn Jahre geht man halt hinein und kommt achselzuckend wieder heraus. Nicht meine Welt.

23.11.2010
Exodus, Stand vom 23.11.2010 "Exodus". Sechster Maltermin am neuen Bild mit dem Arbeitstitel "Exodus". Das Gesicht des Burschen etwas verbessert, dann mit dem Weg und dem Wagen weitergemacht. Der berühmte rote Koffer ist nun schon mal untermalt. Nun ist noch Platz für viele Bücher im Karren. Beim nächsten mal werde ich mich wohl nicht mehr um die Räder drücken können. Davor graut es mich am meisten.

Maximum von Chi Cyg im Herbst 2008. Innerhalb zweier Stunden alle Aufnahmen vom Spätsommer 2008 bis zum Januar 2009 ausgemessen, die den Mirastern Chi Cyg enthalten. Ein rasanter Anstieg zum Maximum, welches etwa bei JD 2454770 (also am 30.10.2008) stattgefunden hat. Alle Aufnahmen sind mit der kleinen Canon Ixus 70 aufgenommen worden, bei Blende 2,8 und der Brennweite 5,8mm. Jede Summenaufnahme besteht aus 4 bis 10 Einzelaufnahmen à 15 Sekunden Belichtungszeit. Alle Helligkeiten schwächer als 6 mag sind unsicher. Die Grenzgröße der vermessenen Aufnahmen liegt im allgemeinen bei 7 mag bis 7,5 mag, nur ganz selten werden auch 8 mag erreicht.

Chi Cyg 2008
Maximum von Chi Cyg im Herbst 2008

20.11.2010
Edward Albee: "Wer hat Angst vor Virginia Woolf", Theaterkino Heidelberg. Auch wenn ich das Stück in den letzten Jahrzehnten zweimal in unterschiedlichen Inszenierungen gesehen habe: Es ist immer einen Besuch wert. So auch diesmal. Eine ganz besonders intensive Aufführung, bei der man manchmal den Atem anhielt.

18.11.2010
Brian Marsden gestorben. Jeder, der sich für astronomische Entdeckungen interessiert, für neue Kometen, für Novae, Supernovae und so weiter, kennt Brian Marsden. Als Spezialist für Bahnberechnungen lieferte er in kürzester Zeit erste Rechnungen für neuentdeckte Kometen oder Kleinplaneten ab, ältere ungenaue Bahnelemente wurden im großen Ausmaß verbessert. Vor dem Internet waren die in der Hauptsache von ihm verbreiteten IAU-Circulare zu Neuentdeckungen die schnellsten Verbreiter von Neuigkeiten. Ich habe in Sky&Telescope und in Skyweek (oder anderen Publikationen von Daniel Fischer) früher immer mal wieder interessante Interviews mit Brian Marsden gelesen.

16.11.2010
Exodus, Stand vom 16.11.2010 "Exodus". Fünfter Maltermin am neuen Bild mit dem Arbeitstitel "Exodus". Ich hatte zwar vor, erst am Weg und dem Wagen weiter zu malen, zog es dann aber vor, an der Figur weiterzumachen. Aller Wahrscheinlichkeit nach trocknet die weiße Farbe des Unterhemds sehr langsam, und ich muss voraussichtlich mehrmals drübermalen. Also war dieser Teil des Bildes erstmal wichtiger.

13./14.11.2010
Neubearbeitung der Aufnahmen von Gamma Cas. Die Lichtkurve mit nur zwei Vergleichssternen zeigt eine ausgeprägte Schwingung mit einer Periode von einem Jahr - ein deutliches Zeichen dafür, dass die bisherigen Messungen unter dem Stundenwinkel-Fehler leiden. Die beiden bisher verwendeten Vergleichssterne alpha Cas und beta Cas befinden sich beide westlich von gamma Cas, bei unterschiedlicher Horizonthöhe oder Dunst ist also gamma Cas entweder stärker oder schwächer betroffen als alpha und beta, und schon gibt es eine jahreszeitliche Schwankung. Meine Lösung war, als dritten Vergleichsstern noch delta Cas hinzuzunehmen, denn der passt gut von der Farbe und steht östlich von gamma Cas. Das Ergebnis sieht wesentlich besser aus, die jahreszeitliche Schwingung ist nahezu weg. Leider muss man sich zu solchen Korrekturaktionen regelrecht zwingen, denn eine Neubearbeitung eines Sterns auf rund 150 Aufnahmen dauert gut einen ganzen Tag bzw ein Wochenende.

Animation der Lichtkurve von Gamma Cas
Animation der Lichtkurven von Gamma Cas mit zwei und mit drei Vergleichssternen

13.11.2010
Allan Sandage gestorben. Sandage war einer der berühmtesten Kosmologen überhaupt: Schon in einem meiner allerersten Astronomiebücher, die ich mir Ende der sechziger Jahre als Jugendlicher kaufte bzw. kaufen konnte (dem für meine damaligen finanziellen Verhältnisse sündhaft teuren Time-Life-Band "Die Sterne") war Sandage auf einer Doppelseite mit Porträts bedeutender Kosmologen mit einem Bild und einem kurzen Text vertreten.
Sandage stand das lange Zeit größte Teleskop der Welt zur Verfügung, das 5-Meter-Hale-Teleskop auf dem Mt. Palomar, und hatte somit ideale Voraussetzungen für seine Hauptarbeit in den siebziger und achtziger Jahren, nämlich der Bestimmung der Hubble-Konstanten. Viele dieser meist gemeinsam mit Gustav Tammann verfassten Aufsätze zur Bestimmung der kosmologischen Distanzskala habe ich gelesen, vor allem, da die Suche nach Cepheiden und den hellsten Roten und Blauen Überriesen in anderen Galaxien einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildete.
Unglücklich war die Bildung zweier Fronten bei der Ermittlung dieser Konstanten, von Sandage und seinen Mitarbeitern einerseits, die fortwährend auf einen niedrigen Wert der Hubble-Konstante kamen, und einer Gruppe von Vertretern eines hohen Wertes. Beide Arbeitsgruppen fanden immer wieder Werte im von ihnen vertretenen Bereich, mit kleinen Fehlern, eine Situation, die kein gutes Bild vom wissenschaftlichen Arbeiten abgab. Als mit dem Hubble-Space-Teleskop dann im Rahmen eines Key-Projekts Mitte der neunziger Jahre in jahrelanger Arbeit der Wert der Konstanten auf einen Mittelwert bestimmt wurde, hatten alle recht, die von vorneherein einfach das Mittel aus den Werten der beiden verfeindeten Lager bildeten und mit 75 km/sec/mpc rechneten. Sandage gab auch einen berühmten Bildatlas zu Galaxien heraus, exzellent gedruckt, in hoher technischer Qualität, den ich auch habe, aber nur noch selten anschaue.

12.11.2010
Anton Tschechov: "Platonov oder Die Vaterlosen". Aufführung des Tumult-Theaters in Karlsruhe. Schön und intensiv gespielt. Die Inhaltsangabe des Beiblatts deckt sich allerdings nicht mit dem, was ich gesehen habe (oder meine, gesehen zu haben): "Auf einer After-Work-Party trifft sich eine Gruppe gelangweilter Menschen. Das Geld ist weg, man versitzt die Zeit, beobachtet die Börsenkurse und redet aneinander vorbei." Mein Eindruck war eher, dass keiner der Beteiligten gelangweilt ist, sondern dass jeder Sorgen oder Ziele hat (sei es, ein ererbtes Gut zu retten, sei es mehr Geld zu verdienen, sei es, durch Geldpumpen über die Runden zu kommen, sei es, einer Ehe zu entfliehen, sei es, mit dem Geliebten durchzubrennen usw). Ohne Leidenschaften wäre es kaum denkbar, dass jemand Suizid begeht, jemand einen Mord begeht und zwei andere fast einen Mord begehen. Viel zu unsicher ist das Fundament dieser Gesellschaft, um sich langweilen zu können. Wahr ist natürlich, dass sich diese Gesellschaft in Auflösung befindet. Am Ende ist jedenfalls Osip (der Dieb) fast eine Art moralischer Gewinner, weil sich zeigt, dass die Guten und Etablierten nicht gut und bei weitem nicht so etabliert sind, wie sie es vielleicht gerne wären. Und so sitzt Osip am Ende raumgreifend und selbstbewusst auf der Couch, während er es zu Beginn niemals gewagt hätte, sich innerhalb dieser Gruppe zu setzen.

Platonov Amra Efimovna Grekova und Platonov (dazwischen Osip)

Platonov Paul als Osip

Henryk Mikolaj Górecki gestorben. Auf jeden mp3-Player, den ich besitze, muss sich die Klageliedersinfonie (3.Sinfonie, auch "Sinfonie der Klagelieder" genannt) von Henryk M. Gorecki befinden.
Seit ich dieses 1976 komponierte und 1977 uraufgeführte Werk kenne, also seit dem Ende der siebziger Jahre, gehört es zu meinen absoluten Favoriten.
Auch wenn ich es inzwischen nicht jedes Jahr höre - es muss immer verfügbar sein. Vom Ende der siebziger Jahre bis Anfang der neunziger Jahre war die einzige verfügbare Fassung die der Uraufführung vom 4.4.1977 mit dem Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden Baden unter der Leitung von Ernest Bour; das Sopran-Solo sang damals Stefania Woytowicz.
Diese Fassung hatte ich auf Tonband, später auf Kassette, diese Fassung wurde immer einmal wieder gesendet. In den beiden Lieblingssendungen, die ich regelmäßig hörte (der "Musikstunde" von Wilfried Würtz und einer Sendung von Egizia Rossi) kam meistens nur der Mittelsatz.
1992 wurde eine Neuaufnahme unter dem Dirigenten David Zinman und mit der Sopranistin Dawn Upshaw eingespielt. Inzwischen waren CDs zum Standard-Tonträger geworden und selbstverständlich kaufte ich mir diese CD sofort. Das Ergebnis war vorhersehbar: Ich hatte mich so stark an die Fassung der Uraufnahme gewöhnt, dass mir diese AUfnahme viel zu schnell, viel zu glatt, viel zu uninspiriert vorkam. Nach einigen Wochen habe ich die CD sogar verkauft.
Mit einem Riesenglück habe ich aber später die unter einem Billig-Label herausgegebene Uraufnahme gefunden - in der Zeit vor dem Internet musste man seinem Glück vertrauen können.
Von Gorecki kenne ich noch einige andere Musikstücke. Etwas so packendes wie die Klageliedersinfonie findet sich nicht mehr darunter.

09.11.2010
Exodus, Stand vom 09.11.2010 "Exodus". Vierter Maltermin am neuen Bild mit dem Arbeitstitel "Exodus". Bevor der Weg und der Wagen weitergemalt wird wollte ich zumindest die Untermalung der ziehenden Figur schon mal stehen haben, um leichter weiterplanen zu können. Nun brauche ich Detailskizzen vom Kopf und vom Arm, und natürlich von den Füßen (die gehören für mich immer zum schwierigsten). Das Unterhemd hoffe ich so hinzubekommen, dass es stark gebraucht und etwas schmierig aussieht.

07.11.2010
Vom Aufsatz für den BAV-Rundbrief eine html-Version für meine Homepage fertiggestellt: "Helle Veränderliche mit einer einfachen Digitalkamera (I): Delta Cep, My Cep und Rho Cas." Ich bin noch am Überlegen, ob ich das Material, welches ich für die Druckversion gelöscht habe, für die online-Version wieder einfügen soll.

Vorbeiflug der Sonde "Deep Impact" am Kometen 103P/Hartley 2. Ich habe den Kometen 103P/Hartley 2 bei seiner diesjährigen Wiederkehr dreimal mit meiner Canon EOS 450 D fotografieren können, am schönsten am 08.10.2010. Ehrensache, dass ich einige Veröffentlichungen zum Vorbeiflug der Sonde "Deep Impact" am 4.11.2010 lesen musste. Wie üblich, wenn es um aktuelle Themen das Sonnensystem betreffend geht, reicht es, die ausgezeichneten Beiträge von Emily Lakdawalla vom The Planetary Society Blog zu lesen.
Die Bilder zeigen einen kleinen, aber überraschend aktiven Kometenkern mit zahlreichen Jets. Die Gurkenform erinnert sowohl an den Nukleus des Kometen 19P/Borrelly als auch an den winzigen Asteroiden Itokawa. Mit einer Größe von 2,2km x 0,5km ist Hartley 2 der kleinste bisher von einer Raumsonde besuchte Komet.

Komet Hartley 2, fotografiert von Deep Impact
Der Nukleus des Kometen 103P/Hartley 2, fotografiert von der Sonde "Deep Impact" am 4.11.2010 um 13:59:47 UTC (Credit: NASA / JPL / UMD)

30.10.2010
Harry Mulisch gestorben. Mulischs Roman "Die Entdeckung des Himmels" war eines der spannendsten und anregendsten Bücher, die ich je gelesen habe. Dreimal habe ich dieses dicke Werk mit Genuß und Gewinn gelesen, und es wird sicherlich ein viertesmal geben. Vor einigen Jahren war Mulisch in Heidelberg und hielt einen Vortrag über Reich. Er war schon beeindruckend, dieser kleine alte Mann, stilsicher und elegant gekleidet, mit einer selbstbewußten und vorbildlichen Körperhaltung, das Thema im Griff und humorvoll vorgetragen. Auch wenn ich nie große Lust hatte, andere Bücher von Mulisch zu lesen - es ist schade um ihn.

29.10.2010
Ull, Ullr, Uller Ull / Uller / Ullr / Vulder: In der nordischen Mythologie der Gott des Winters, der Jagd, des Zweikampfs, der Winterjagd, des Skilaufs. Ein gerade mal 8 cm hohes Köpfchen, gesehen in einem seltsamen Laden in unmittelbarer Nähe des Lale-Andersen-Denkmals auf Langeoog: Zwischen Touristen-Nippes, vielen interessanten Sachen und hochpreisigen originellen Schmuck fand sich auch dieser beeindruckende Kopf, und sofort wollte ich ihn haben. Der Preis von 22 Euro war in Ordnung, und ich um ein interessantes Figürchen reicher.
Nicht mal in der Wikipedia steht viel über Ull (im Brockhaus ist er gar nicht erwähnt), recht umfangreich sind aber die Informationen in meinem alten Goldmann-Taschenbuch "Mythologisches Lexikon" von Hermann Jens:
"Ullr, Ase des Winters, ein Stiefsohn des Thor. Als die Asen sich gegen ihr Oberhaupt, Odin, empörten, war Ullr der Gegenkönig. Die Verbannung Odins aus Asgard hatte schlimme Folgen, und die Natur schien um den Gott zu trauern: die Bäume wurden kahl, die Blumen welkten, die Felder trugen keine Frucht. Alle Wesen wünschten Odin zurück. Schließlich mußte Ullr flüchten. Er brachte sich im Norden zwischen Schnee und Eis in Sicherheit, doch auch hier wurde er verfolgt und dann erschlagen.
Bei den Angelsachsen galt Ullr als Stellvertreter Odinss während der Winterzeit. Er war auch der Gott der Jagd, der, in Felle gehüllt, mit Bogen und Pfeil einherging. Ski- und Eisläufern war er Schutzherr. Der Bogn des Ullr war aus Eibenholz geschnitzt.
Weil der Winter ein Bild des Todes der Natur schafft, galt Ullr auch als Gott des Totenreiches. Auf schwarzem Rosse zeigte er sich den Menschen, denen der Tod bevorstand."

26.10.2010
Exodus, Stand vom 26.10.2010 "Exodus". Dritter Maltermin am neuen Bild mit dem Arbeitstitel "Exodus". Nach langer Überlegung und vielen Sizzen doch keine Brücke angedeutet - einem Betrachter ist zuzumuten, im Mittelgrund eine Senke zu sehen. Angefangen, den alten Karren (ein Leiterwagen wird es nicht ganz) zu malen, für den ziehenden Mann hoffe ich, auf Spiekeroog (der Insel mit den vielen Bollerwagen) mir einige Vorlagen beschaffen zu können. Der obere Wegrand muss moch schärfer abgesetzt werden, damit die beginnende Senke besser rüberkommt.

Aufsatz für den BAV-Rundbrief fertiggestellt: "Helle Veränderliche mit einer einfachen Digitalkamera (I): Delta Cep, My Cep und Rho Cas." An dem Aufsatz schreibe ich schon seit einigen Tagen immer mal wieder. Gestern und heute war großes Streichkonzert, ein Drittel des Textes musste dran glauben. Morgen kann der Aufsatz an die Rundbrief-Redaktion gemailt werden.

25.10.2010
Spuren im Sand "Spuren im Sand. Der Urmensch und die Sande von Mauer". Katalogheft zu den Ausstellungsaktivitäten im Zusammenhang mit der 100-Jahr-Feier des Fundes des berühmten Unterkiefers aus Mauer (Homo Heidelbergensis). Die Ausstellungen und Vorträge waren natürlich 2007, und 2007 habe ich auch den Katalog gekauft, damals aber nur überflogen. Jetzt endlich gründlich gelesen. Auf den 58 Seiten werden von verschiedenen Autoren verschiedene Facetten beleuchtet (Landschaftsgeschichte der Fundstelle, Wirtschaftsgeschichte der Sandgruben, Fundumstände, Rekonstruktion des Menschen und seiner Lebenswelt usw). Alles sehr konzis geschrieben, so wie ich's gerne habe.

Bei der Gelegenheit war auch der originale Unterkiefer in Mauer ausgestellt, der sich sonst in einem Tresor des Geologisch-Paläologischen Instituts der Universität Heidelberg befindet.

Unterkiefer von Mauer Spannend für mich war, dass einer der Autoren und Aktiven mein ehemaliger Leichtathletiktrainer (Jugend B) so um 1968 oder 1969 war, damals Referendar, inzwischen pensionierter Lehrer. Wir schauten uns erst ziemlich fragend an, bis es dann (auch anhand des Namensschildes) klar war. Spannend, so ein Wiedersehen nach rund vierzig Jahren.

Von Dietrich erfuhr ich auch, dass es möglich ist, für einige hundert Euro bekannte Stücke eiszeitlicher Elfenbeinkunst aus Mammutelfenbein nachschnitzen zu lassen. Auch wenn so ein Köpfchen nicht wesentlich größer als ein Fingerhut ist - als teuer kann man das nicht bezeichnen. Dietrich hatte einge Beispiele dabei. Ich vergaß zu fragen, ob sein hübscher Halsschmuck auch aus diesem Material ist.

Bela und Dietrich
Béla und Dietrich, zufälliges Treffen nach fast 40 Jahren (14.10.2007)

24.10.2010
Geragrd Wolf zu Johannes Bobrowski Gerhard Wolf "Beschreibung eines Zimmers. 15 Kapitel über Johannes Bobrowski". Erst beim dritten Anlauf habe ich es geschafft, das Buch auszulesen (am 11.04.2010 habe ich es schon einmal erwähnt). So gut mir die Gedichte von Johannes Bobrowski auch gefallen, so angemessen der Zugang von Gerhard Wolf zum Dichter über die Beschreibung seines Arbeitszimmers auch ist - es gab viele dunkle Passagen im Buch, die ich als zu gewollt "geraunt" empfand, als zu wenig entschieden. Für mich blieben viele Fragen offen. Warum dieses (nicht nur bei Bobrowski) Kleben an den Kindheits- und Heimaterinnerungen? Warum oder woher dieses Gefühl der Schuld für die Zeit im zweiten Weltkrieg?
Egal, trotzdem lohnt es sich, das Buch zu lesen! Das Zimmer ist eigentlich so ungewöhnlich nicht als Arbeitszimmer eines Schaffenden und Denkenden, der sich mit dem Material umgibt, mit dem er sich beschäftigt, von dem er nicht loskommt. So gesehen ist der Versuch von Gerhard Wolf, über eine genaue Betrachtung des Zimmers und seines Inventars (Bücher, Bilder, Clavichord, Ikonen, Karten usw) Zugang zu Bobrowski zu gewinnen nicht falsch.

Hier ein Beispiel für den Stil des Buches, für die Art des Einlebens:

Das neunte Kapitel "...dieser brennende Hörnerschall" beginnt mit dem Satz "Es gibt Themen, für die braucht der Künstler eine Legitimation." Das schreckliche aber eher untypische Gedicht am Ende des achten Kapitels - braucht es eine Legitimation?

23.10.2010
Ausstellung "Viaggio in Italia": Künstler auf Reisen 1770-1880, Staatliche Kunsthalle Karlsruhe. Schöne Ausstellung, obwohl nur Material aus eigenen Beständen gezeigt wurde. Viele eher unfertige Sachen, Ölstudien, Skizzen - das macht für mich gerade den Reiz aus. Die fertigen Gemälde dieser Zeit sehen doch oft sehr totgemalt aus. Angenehm war es, dass man fotografieren durfte.

Fries, Ernst - Küste bei Capri
Ernst Fries - Küste bei Capri mit Blick auf die Faraglioni, 1829/30

Viele Skizzen teils in winzigem Format gab es vom Karlsruher Haus- und Hofarchitekten Friedrich Weinbrenner (siehe zu Weinbrenner auch meinen Eintrag zum 14.2.2010). Ohne großem Anspruch, doch monumental wirkend im kleinsten Format. Beeindruckend, wie es ihm mit geringem Aufwand gelingt, eine Räumlichkeit entstehen zu lassen, wie wenige Pinselstriche er braucht, um plastische Bäume hinzuwerfen. Die folgende Skizze ist eine aus einer ganzen Reihe, deren Format geschätzt etwa 5cm x 7cm beträgt - winzig also, aber einfach klasse:

Weinbrenner, Friedrich - Italienische Landschaftsstudie
Friedrich Weinbrenner - Italienische Landschaftsstudie, 1792/98
Tuschfeder und Pinsel in Sepia über Bleistift, laviert

Das vielleicht schönste Bild der Ausstellung ist nur eine Ölstudie, mit Öl auf Papier gemalt, auf Pappe aufgezogen. Für die Ausstellung aber in einem eigenen Glaskasten geschützt. Diese Studie ist auch die Grundlage für das Poster der Ausstellung und die einzige Abbildung bei den meisten Ausstellungsbesprechungen in Zeitungen. Und auch den dicken Katalog ziert diese wunderschöne Ölstudie. Der Himmel ist ein Traum:

Schirmer, Johann Wilhelm - Casina die Raffaello
Johann Wilhelm Schirmer - Die "Casina die Raffaello" und ein Aussichtsturm im Park der Villa Borghese, 1839

17.10.2010
Hans Höller, Ingeborg Bachmann Hans Höller - "Ingeborg Bachmann". Passend aber unbeabsichtigt heute, am 37. Todestag von Ingeborg Bachmann, mit der Lektüre ihrer Biografie von Hans Höller fertiggeworden (wobei ich das Buch in den letzten Tagen zweimal hintereinander gelesen habe).

Ich kenne eine ganze Reihe von Rowohlt-Monographien, dies ist eine der besten davon. Hans Höller spart kein wichtiges Thema aus, welches einem bei der Beschäftigung mit Ingeborg Bachmann wichtig erscheint. Und er unterliegt auch nicht der Versuchung, der für Bachmann dramatisch verlaufenden Begegnung mit Max Frisch zu tief unter die Bettdecke zu schauen und voyeuristische Interessen zu bedienen. Dass er nicht einerseits die Geschwister von Ingeborg Bachmann namentlich "zuerst und vor allem" in der Danksagung aufführen kann und andererseits deren bedenklichen Umgang mit dem Nachlaß und ihre massiven Eingriffe in die Publikation von Büchern über Bachmann kritisieren kann (z.B. die Verfügung von 1983, dass in den großen Bildband des Piper-Verlags kein Foto von Max Frisch aufgenommen werden durfte) - das ist auch klar. Biographien zu schreiben von Personen der nahen Gegenwart ist ein sehr delikates Unterfangen und verlangt Fingerspitzengefühl. Nun, der Bachmann-Nachlaß ist bis 2025 gesperrt, noch fünfzehn Jahre, wir werden also seine Erschließung hoffentlich noch erleben können.

Wichtig erscheinen mir folgende Aspekte (aus einer langen Reihe von Anmerkungen und Gedanken):

16.10.2010
Arno Schmidt "Seelandschaft mit Pocahontas". Hörspielbearbeitung Anna Pein. Musik: Sabine Wortmann. Regie Oliver Sturm.
Das Hörspiel hatte seine Ursendung vor einigen Wochen im Hessischen Rundfunk, da konnte ich es leider nicht hören (bzw. aufnehmen). Zum Glück werden über die Arno-Schmidt-mailing-Liste solche Dinge schnell verfügbar gemacht, und ich konnte also vor einigen Tagen die mp3-Datei (von sehr guter Qualität) mir laden.
Das Anhören hat Spaß gemacht, die Umsetzung des Romans in ein Hörspiel ist gelungen. Sicher werde ich es - jetzt, nachdem es auf meinem mp3-Player ist - noch einige male anhören. Die Sprecher und Sprecherinnen waren gut zur Rolle passend besetzt, und die Musik von Sabine Wortmann zwar dezent und zurückhaltend, aber dennoch überzeugend. Absolut hörenswert.
Wieder einmal habe ich gemerkt, was für ein fantastischer Schriftsteller Arno Schmidt ist - der Eindruck wird manchmal getrübt, wenn sich sein besserwisserisches Wesen, seine verschrobenen Urteile, seine Idiosynkrasien zu stark in den Vordergrund drängen.

10.10.2010
Jupiter und Uranus - Animation. Heute eine zweite Aufnahme von Jupiter und Uranus gemacht (ein Summenbild aus acht einzelnen Aufnahmen). Damit und mit der Aufnahme vom 3.10.2010 (vor einer Woche) läßt sich eine schöne Animation der Bewegung der beiden Planeten erstellen. Jupiter ist zum Zeitpunkt der Animation rund 600.000.000 km von der Erde entfernt, Uranus dagegen rund 2.860.000.000 km, also fast fünfmal so weit weg. Dementsprechend macht Jupiter auf der Animation einen deutlich größeren Sprung als Uranus.

Jupiter und Uranus, Oktober 2010
Jupiter und Uranus, 3.10.2010 und 10.10.2010.
Aufnahmen mit Canon IXUS 70, Brennweite 5,8 mm

Auf der zweiten Aufnahme, der Überlagerung der beiden, ist dieser Unterschied deutlicher zu sehen:

Jupiter und Uranus, 2010
Jupiter und Uranus am 3.10. und 10.10.2010.
Links ist jeweils der 3.10., rechts der 10.10.2010.

08.10.2010
Komet 103P/Hartley 2 beim Doppelhaufen h und chi Persei Brauchbare Beobachtungsbedingungen, kein störender Mond. 20 Aufnahmen à 5 Sekunden mit der Canon EOS450D, Objektiv 1,4/50, wurden aufaddiert. Heute ist der Komet immerhin schon leicht sichtbar.

Komet 103P/Hartley 2 beim Doppelhaufen
Komet 103P/Hartley 2, 08.10.2010, 22h45UT, 20 x 5 Sekunden

05.10.2010
Exodus, Stand vom 5.10.2010 "Exodus". Zweiter Maltermin am neuen Bild mit dem Arbeitstitel "Exodus". Noch reichlich unklar ist die Räumlichkeit des Hintergrundes: Dass die Hochhausstadt hinter eine Sanddüne beginnt, kommt hoffentlich noch einigermaßen klar rüber. Da aber die noch nicht begonnene Vordergrundsfigur groß und dominierend sein soll, muß der Wegabschnitt im Vordergrund erhöht sein, was wohl nur rüberzubringen ist, wenn man deutlich macht, dass sich der Protagonist nun auf einer Brücke befindet (sonst passen die Figuren im Mittelpunkt, die nicht größer sein sollen wie gemalt, nicht zum ganzen).

01.10.2010
Cirkus Roncalli: Zum zweiten Mal die Vorstellung besucht - dieses Jahr ist sie einfach klasse.

22.09.2010
Komet 103P/Hartley 2 - Vollmond, also ganz schlechte Beobachtungsbedingungen, aber mit 23 aufaddierten Aufnahmen (Canon EOS450D, Objektiv 1,4/50, jeweils 5 sec Belichtungszeit) ist der Komet immerhin nachweisbar. Das matte grünliche Fleckchen in der Mitte, das ist er.
Der Komet wurde am 16.3.1986 von Malcolm Hartley als winziger Fleck der Helligkeit 17 oder 18mag auf einer Fotoplatte des 1,2-Meter-U.K. Schmidt-Teleskops in Siding Spring (Australien) entdeckt. Seine Umlaufszeit wurde zu 6 Jahren ermittelt. Rückrechnungen der Bahn zeigten, dass der Komet erst durch drei nahe Vorübergänge an Jupiter in den Jahren 1947, 1971 und 1982 in die gegenwärtige Bahn gebracht wurde. In den Jahren 1991, 1997 und 2004 wurde der Komet mehr oder weniger gut beobachtet, die diesjährige Wiederkehr bietet die bisher besten Beobachtungsbedingungen. Am besten beobachtbar wird er in der zweiten Oktoberhälfte sein.

Komet Hartley 2
Komet 103P/Hartley 2, 22.09.2010, 20h10UT, 23 x 5 Sekunden

07.09.2010
Mit den "Tanzenden Maschinistinnen" fertig geworden.

Tanzende Maschinistinnen
Tanzende Maschinistinnen, Öl auf Hartfaser, 80cm x 60cm

27.07.2010
Tanzende Maschinistinnen, Stand vom 27.7.210 Weiter mit den "Tanzenden Maschinistinnen". Die rechte Tänzerin hat nun eine Arbeits-Latzhose an und ist etwas verhüllter, und die Herrenriege im Blauen Anton ist fertig übermalt - bei denen fehlt nur noch der Schatten. Viele Kleinigkeiten stehen mir noch bevor: Die Hände der rechten Tänzerin, ihre in-die-Stiefel-gestopften Hosen, wesentlich mehr Tiefen und Höhen bei der linken Tänzerin, und eine etwas feinere Behandlung der Anzeigen. Mindestens drei Abende werde ich also am Bild noch beschäftigt sein.

17.07.2010
Auftritt der Crazy Fourties (Oldie-Night). Unser letzter Auftritt in dieser Besetzung und als "Crazy Fourties". Ein halbes Jahr später haben wir uns aufgelöst.

Auftritt Crazy Fourties 17.7.2010
Letzter Auftritt der "Crazy Fourties".
Von links: Waldemar Martin (kb), Roland Töll (g), Dietmar Köhler (voc), Erich Wolf (dr), Liane Kunert (voc), Béla Hassforther (bass), Reinhold Kunz (g).

09./10.07.2010
Eta Aquilae Aufnahmen bearbeitet. Alle Aufnahmen des Feldes neu bearbeitet, und zwar nur den Grünkanal. Eine deutliche Verbesserung ist auf dem ersten Blick zu sehen. Zum Glück habe ich alle Originale der Aufnahmen aufgehoben.
Eta Aql, Eta Aquilae, Cepheide
Mit den GCVS-Elementen reduzierte Grünhelligkeiten von Eta Aql. Das Maximum tritt etwas später ein als nach den Elementen des GCVS zu erwarten ist. Der berühmte Buckel im Abstieg zeichnet sich ab, obwohl hier noch Beobachtungen fehlen.

08.07.2010
Bandprobe "Crazy Fourties". Neun Tage bis zum Auftritt...

07.07.2010
WM 2010, Deutschland gegen Spanien. Eine tolle Leistung der spanischen Mannschaft. Nach zehn Minuten war klar, dass der Höhenflug der deutschen Mannschaft sein Ende gefunden hat. Nachdem klar war, wer gewinnt, konnte man die Souveränität der spanischen Mannschaft bewundern, ohne noch für die deutsche Mannschaft zu zittern. Es war beeindruckend, dieses schnelle Passspiel, dieses sich immer weiter bedrohlich dem deutschen Tor nähernde Hin- und Hergepasse mit plötzlichen Vorstößen. Spanien hat hochverdient gewonnen, ein 4:0 oder noch höher wäre dem Spielverlauf angemessen gewesen, das 0:1 ist schmeichelhaft für Deutschland.

Klare Nacht, daher viele Sternaufnahmen gemacht. Auch den Wecker auf 3h30 MESZ gestellt, um noch Aufnahmen von Epsilon Aurigae machen zu können.

06.07.2010
WM 2010, Niederlande gegen Uruguay. Kein schönes Spiel, Uruguay hat mir besser gefallen.

05.07.2010
Bandprobe "Crazy Fourties". Hat endlich mal wieder geklappt - 12 Tage vor dem Auftritt.

04.07.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 14 und 15. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

03.07.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 12 und 13. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

WM 2010, Deutschland gegen Argentinien. Schönes Spiel, ein zu hoher Sieg für Deutschland. Auf den hochgelobten Messi, den ich noch nie spielen sah, war ich neugierig - war aber arg enttäuschend, was da zu sehen war. Tragisch die Figur von Maradona am Spielfeldrand, er hätte am liebsten mitgespielt, Trainer zu sein ist nicht sein Ding. An beiden Handgelenken eine fette Armbanduhr zu tragen ist natürlich auch ein Ding.

WM 2010, Spanien gegen Paraguay. Schön anzusehen, Paraguay überraschend stark.

02.07.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 11. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

WM 2010, Niederlande gegen Brasilien. Etwas holpriges Spiel, auch reichlich hart. Hätte ich mir sparen können. Drückte für die Niederlande ein wenig die Daumen, letztlich war's mir aber egal.

01.07.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 8 bis 10. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

30.06.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 6 und 7. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

29.06.2010
Kino "Giulias Verschwinden" (Regie Christoph Schaub, Drehbuch Martin Suter). Nette Komödie, etwas dick aufgetragen und überzeichnet. Solche Probleme wollte ich nochmal haben, 50 zu werden...

Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 5. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

28.06.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 4. Parallel dazu den Kafka Kommentar von Hartmut Binder.

27.06.2010
WM 2010, Deutschland gegen England. Klasse Spiel, klares 4:1 für Deutschland. Ich gehöre noch zu denen, die das legendäre Wembley-Tor live gesehen haben, wie passend, dass heute eine Neuauflage, nur andersrum, zu sehen war.

Pusztaklänge Schlosskonzert, Ungarischer Abend. Bei angenehmen Wetter das erste "open-air" Schlosskonzert diesen Sommers. Programm:
Franz Liszt, "Ung. Rhapsodie Nr. 2",
Zoltán Kodály, "Tänze aus Galánta",
David Popper, "Ung. Rhapsodie op. 68",
Johannes Brahms, "Ung. Tänze 1-10",
Zugabe: Rumänische Volkstänze von Béla Bartok.
Die Leitung hatte unser fast schon berühmter GMD Cornelius Meister.
Bei David Popper war Gabriel Adriano Schwabe Solist am Cello. Hut ab!
Insgesamt ein ganz netter Abend.
Allerdings habe ich immer das Gefühl, dass ein Sinfonieorchester für diese Art von Musik vollkommen fehl am Platz ist. Das sollte ein richtiges "Zigeunerensemble" sein, mit anderen Instrumenten. Auf einem ungarischen Abend möchte ich auch die Zymbal hören. Die richtige Gruppe dafür wären die Taraf de Haïdouks gewesen.
Na ja, man ist halt vorbelastet. Zu den wenigen Schallplatten, die meine Eltern Mitte der sechziger Jahre hatten, gehörte auch eine Mini-LP "Pusztaklänge" mit dem Primàs Sándor Török und seiner Zigeunerkapelle, Sári Barabás und Steffan Czövek. Diese Musik hat mich gepackt und geprägt und dazu gebracht, dass ich mehrere Jahre Geigenunterricht nahm (bis die Troggs und die Rolling Stones kamen).

26.06.2010
Himmel am 26.06.2010 Aufnahmeserie Sternbild Cepheus. Bei jeder einigermaßen passablen Gelegenheit versuche ich, Aufnahmen der Felder mit meinen wichtigsten Programmsternen zu machen. Gestern gab es zwar einen hellen störenden Mond, dennoch war es für mich eine ganz gewöhnliche Gelegenheit für mein aktuell wichtigstes Feld, das Sternbild Cepheus. Visuell war nichts besonderes zu sehen, auch die Einzelaufnahmen zeigen bei normaler Betrachtung nichts ungewöhnliches. Verstärkt man aber den Kontrast ganz extrem, sieht man mit Erschrecken, was sich am Himmel tut, und weshalb die Messungen immer eine gewisse Grundstreuung haben. Bisher habe ich solche Aufnahmen immer ausgewertet, und das werde ich natürlich auch weiterhin tun. Am rechten Rand oben ist Deneb, das Sternbild Cassiopeia, von dem ich den Veränderlichen Rho Cas messe, befindet sich im hellsten Bereich links unten. Das Sternbild Cepheus befindet sich in der Mitte. Eine Aufnahmeserie für ein Veränderlichenfeld besteht immer aus mindestens zehn Aufnahmen, die habe ich hier in einer Endlosschleife animiert. Jede Aufnahme ist 15 Sekunden belichtet, gefolgt von einer gleichlangen Phase, in der die Kamera ein Dunkelbild aufnimmt und dann von der Originalaufnahme abzieht. Die zehn Aufnahmen sind also innerhalb von genau 5 Minuten entstanden.

Sternaufnahmen mit Gamma und Rho Cas fertig ausgewertet: Jetzt auch mit Gamma Cas fertig geworden. Der Stern scheint in den letzten zwei Jahren konstant geblieben zu sein. Auffällig ist eine kleine jahreszeitliche Modulierung der Helligkeit - was aber zu erwarten ist, da ich auch bei niedrigem Horizontstand fotografiere.

Ingo Blankenburg "Zehn Tage" weiter. Bin aber kurz vor der Aufgabe. Was soll man davon halten, wenn der Protagonist von der Intensivstation in die normale Abteilung eines anderen Krankenhauses verlegt wird, und er dort beim Vorstellungsbesuch des Krankenhaus-Seelsorgers nichts besseres zu tun hat, als eine lange Grundsatzdiskussion über Gott und die Religion vom Zaun zu brechen, argumentativ auf dem Stand eines sechzehnjährigen Gymnasiasten, der allmählich seinen Glauben verliert, aber Religion mit Kirche verwechselt. Wieder so eine typische Holzhackerdiskussion à la Arno Schmidt: Rauh, verletzend, besserwisserisch, Wahrheit-gefressen-habend, eindimensional.

25.06.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen. Kapitel 3.

Sternaufnahmen mit Gamma und Rho Cas weiter ausgewertet: Das Ergebnis für Rho Cas lohnt die Mühe. Die Amplitude beispielsweise beträgt gegenwärtig meist nur 0,2 bis 0,3 mag bei einer typischen Zyklenlänge von 200 bis 350 Tagen. Dass dies sich mit der IXUS leicht nachweisen läßt, ist ein tolles Ergebnis.

Lichtkurve von Rho Cas mit Canon IXUS 70
Lichtkurve von Rho Cas seit Beginn meiner Beobachtungen mit der Canon IXUS 70

24.06.2010
Kafka, "Das Schloß" weitergelesen.. Kapitel 2.

Sternaufnahmen ausgewertet: Alle Felder, die Rho Cas und Gamma Cas enthalten, nochmal angefangen zu photometrieren: Diese beiden Sterne hatte ich noch nicht gemessen. Für über einhundert Aufnahmen dauert das natürlich Stunden, weswegen ich heute nur einen Teil erledigt habe.

Nochmal das CHDK für die IXUS installiert und Experimente mit RAW-Aufnahmen gemacht. Allerdings habe ich es nicht hinbekommen, gleichzeitig Langzeitaufnahmen zu machen und diese im RAW-Format abzuspeichern. Ganz davon abgesehen, dass ich bisher nur eine Software (XNView) gefunden habe, mit der ich diese Non-Standard-RAW-Aufnahmen öffnen und bearbeiten kann. Und in dem Ausmaß, indem ich solche Sternaufnahmen verarbeite kommt kein Verarbeitungsschritt in Frage, der ausschließlich manuell ist.

23.06.2010
WM 2010, Deutschland gegen Ghana. Ich bin definitiv auf den Geschmack gekommen: Wieder ein schönes Spiel, welches beim Zuschauen Spaß gemacht hat. Und Deutschland hat sogar 1:0 gewonnen. Allmählich kenne ich auch die Namen der deutschen Spieler...

Anschließend die Sternaufnahmen des Vortages ausgewertet.

22.06.2010
Tanzende Maschinistinnen, Stand vom 22.6.210 Weiter mit den "Tanzenden Maschinistinnen". Der Kerl mit dem weißen Anzug war heute endlich dran. Es hat Wochen gedauert, bis die Untermalung einigermassen trocken war. Jetzt habe ich auch noch damit zu kämpfen, dass die Untermalung fast zu pastos ist und Details schwierig an die richtige Stelle zu malen sind. Aber allmählich ist Land zu sehen.

Ingo Blankenburg "Zehn Tage" weitergelesen. Schon fast gereizt dabei. Diese ständigen Kirchenbesichtigungen langweilen nur noch. Und der Protagonist weiß alles besser, in jeder Diskussion. Und er weiß alles, sei es zum Thema EDV, die er bei der Erwachsenenbildung unterrichtet, sei es in Geschichte, sei es in Kunstgeschichte, sei es in Literatur, sei es in Schach. Das ist exakt der nervtötende Superman- und Universalgelehrten-Habitus, den Arno Schmidt in seinen Dialogen bis zum Erbrechen auslebt. Jedes kleine Würstchen kann sich halt in einem Roman zum Helden schreiben. Könnte man als Karl-May-Krankheit bezeichen.

Sternaufnahmen: Endlich mal wieder passables Wetter, um Aufnahmen meiner Programmsterne zu machen.

21.06.2010
Bandprobe ausgefallen. Wieder mal. Und am 17.7.10 ist der wichtige Auftritt!

Ingo Blankenburg "Zehn Tage" weitergelesen. Mit wachsenden Widerwillen.

Materialsammlung zum Thema Globalisierung: Ich muss in zwei Wochen eine Diskussion dazu moderieren - in englisch. Ist aber ein sehr interessantes Thema, mit dem ich mich gerne beschäftige.

Ankunft der Lukasbrüder in Rom am 21.6.1810. Heute vor genau 200 Jahren sind die Lukasbrüder in Rom angekommen. Das ist schon eine kleine Gedenkminute wert.

20.06.2010
Ingo Blankenburg "Zehn Tage".. Vor einigen Jahren, als ich gerade mal wieder tief in Arno-Schmidt-Lektüre steckte, stolperte ich über diesen online verfügbaren Roman von Ingo Blankenburg, neugierig gemacht damals hauptsächlich wegen der angekündigten längeren Interpretation von "Zettels Traum" innerhalb des Romans. Ich schmökerte durch längere Passagen des online-Textes, dann bestellte ich diesen Roman (der gute Mann soll ja auch etwas von seiner Arbeit haben). Allerdings hörte ich mit der Lektüre nach etwa einem Viertel des Umfangs auf - der im Klappentext gesteckte Anspruch, anhand eines privaten Schicksals auch die bundesdeutsche Realität der 90er Jahre, die Annäherung zwischen Ost und West in einem Zeitpanorama darzustellen, welches von Gesprächen über Kunst, Religion und "vor allem" Literatur durchbrochen wird, diesen Anspruch sah ich bei weitem nicht eingelöst. Mir kam es eher so vor, als ob jemand seine Tagebücher mehrerer Jahre vor sich auf den Schreibtisch legt und sie zu literarisieren versucht, garniert mit unveröffentlichten oder unveröffentlichbaren Essay-Versuchen über künstlerische und literarische Themen in einem Schreibstil, der mich - damals jedenfalls - schnell zu langweilen begann. Als ich heute meinen Regalmeter Arno-Schmidt-Primar- und Sekundärliteratur nach noch ungelesenem durchsah, fiel mir das Buch wieder in die Hände. Es soll nun als Nebenlektüre zu Kafka dienen, und ich habe versucht, ganz vorurteilslos die neuerliche Lektüre zu beginnen.

Zu Kafka, zum Roman "Das Schloß" und besonders zu Dora Diamant anschließend einige längere Recherchen gemacht.

19.06.2010
Stach, Kafka Reiner Stach: "Kafka. Die Jahre der Erkenntnis" fertiggelesen. Wie schon am 12./13.6.10 angemerkt war ich nach dem ersten erschienenen Band (dem Band 2) nicht so ganz einig mit Stachs Dastellungsweise. Vermutlich habe ich ihm damals Unrecht getan und in einer etwas ablehnenden Stimmung gelesen. In den letzten Wochen, als ich nun Band 3 dieser Trilogie (von der der erste Band wohl frühestens 2014 erscheinen wird), wie üblich einen 700-Seiten-Wälzer, las, war ich jedenfalls total begeistert und werde demzufolge auch den Band 2 nochmal lesen müssen. Eine wunderbar einfühlsame Biographie, in der eine Unmenge von Zeitmaterial stimmig verarbeitet ist. Wie Ingeborg Bachmann aber schon klar und deutlich sagte: Die Primärwerke sind immer wichtiger als die Sekundärliteratur, und das Mißverhältnis, in den letzten zwei Monaten rund tausend Seiten Sekundärliteratur zu Kafka gelesen zu haben, trieb mich regelrecht dazu, wieder einen Text von Kafka anzufangen: "Das Schloß". Dass ich parallel dazu von Hartmut Binder die Schloß-Passagen aus seinem "Kafka-Kommentar" lese, gehört sich halt so: Man kann nicht aus seiner Haut.

18.06.2010
WM 2010, Deutschland gegen Serbien. Normalerweise schaue ich kein Fernsehen, auch keinen Sport. Für die WM wurde aber für die Spiele mit deutscher Beteiligung eine public-viewing-Möglichkeit im grossen Hörsaal unserer corporate university eingerichtet, und da ging ich auch hin. War richtig gut, ein spannendes Spiel, dazu die Stimmung, die 350 lautstark mitgehende Kollegen und Kolleginnen(!) erzeugten. Das Ergebnis (Serbien gewann 1:0) war mir ziemlich egal, mir gefiel das schöne und spannende Spiel.

"Salome" von Richard Strauss (nach einer Tragödie von Oscar Wilde). Aufführung im Opernzelt. Zum Glück war die Vorstellung nur 1h45m lang - furchtbare Musik, dämliche Story. Die Sängerin Justine Viani soll gut gewesen sein, mir fiel es aber schwer, den Inhalt von der Verpackung zu trennen, auch Patti Smith hätte hier die Kohlen nicht aus dem Feuer holen können.

Anschließend Himmelsaufnahmen vom 14.6.10 mit Veränderlichen ausgewertet - danach war ich wieder zufrieden mit der Welt.

17.06.2010
Patti Smith - Twelve. Seit Tagen läuft diese CD bei mir täglich, mitunter zweimal. Eine CD ausschließlich mit cover-Versionen. Und dennoch absolut hörenswert. Nicht wenige Interpretationen sind besser als das Original.
Bei der Gelegenheit Material zu Patti Smith gesammelt - auch viele Fotos. Eine tolle Art sich zu kleiden & sich zu präsentieren hat diese Frau.

16.06.2010
Franz Kafka - Das Schloß. Wieder begonnen zu lesen. Ganz langsam, nur ein oder zwei Kapitel pro Tag habe ich vor.

Kino: "Du sollst nicht lieben" - ein Film von Haim Tabakman. Ein ganz toller beeindruckender Film. Elke hat ihn zum drittenmal gesehen, sie hat mehr Zeit, mir muss es dieses eine mal genügen. Eine homosexuelle Liebe im ultraorthodoxen Viertel Mea Shearim in Jerusalem zwischen dem jungen Studenten Ezri und dem Fleischer Aaron. Ezri ist unabhängig und man munkelt von ihm schon einiges, Aaron ist ein angesehenes Mitglied der Gemeinde, hat Frau und vier Kinder (eher wenig für orthodoxe Juden). Ezri fängt als Gehilfe bei Aaron an, bald ist aus der Arbeitsbeziehung eine Liebesbeziehung geworden. Das Thema Homosexualität darf im orthodoxen Judentum nicht vorkommen, so scheint auch die Sprache dafür zu fehlen. Auch Aarons Frau Rivka frägt nur, ob er "woanders" sein möchte. Die Gemeinde setzt sich früh und immer massiver zur Wehr, letztlich stehen Ezri und Aaron auf verlorenen Posten, da sie ja keineswegs mit ihrem Glauben brechen, immer penibel die jüdischen Festtage begehen, die Kleiderordnung beachten usw. Das Ende ist bewusst offen: Dass Aaron aus seinem Reinigungsbad nicht wieder auftaucht heißt nicht, dass er Selbstmord begeht - das läßt der Regisseur bewusst offen.
Interessant die Schilderung der Dreharbeiten im Viertel Mea Shearim: In einem orthodoxen Viertel werden schließlich keine Filme gedreht. Aus einem Interview von Haim Tabakman im Tagesspiegel: "Am Originalschauplatz, im Viertel Mea Shearim in Jerusalem, haben wir nur eineinhalb Tage gedreht. Und das schnell, mit möglichst wenig Durchläufen. Da wurden wir angeschrien, angestarrt, bedroht, mit Wasser bespritzt und mit Steinen beworfen. Vor allem die Hauptdarsteller hatten zu leiden - sie trugen die traditionelle Kleidung, die Kamera war eher klein. Dass sie eine Rolle spielen, war nicht jedem klar, der vorbeilief." Aus zahllosen Besprechungen und Kritiken habe ich mir ein Dossier zum Film zusammengestellt.
Trailer von "Du sollst nicht lieben".

15.06.2010
Tanzende Maschinistinnen An den "Tanzenden Maschinistinnen" weitergemalt. Endlich war die doofe weiße Farbe bei der rechten Frau passabel trocken, so dass ich beginnen konnte, sie auszumalen. Dass diese Frau Gummistiefel zu tragen hat, war von Anfang an klar, auch, dass sie eine Arbeitshose tragen muss. Ob das eine Latzhose sein wird, überlege ich mir noch. Der Bursche im weißen Anzug wird dann mein nächstes Opfer sein: Er muss weit kontrastreicher ausgemalt werden.

14.06.2010
Bandprobe - selten geworden, trotz des näherrückenden Auftritts.

12./13.06.2010
Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Erkenntnis. Begonnen habe ich diesen dritten Band der auf drei Bände angelegten Kafka-Biographie am 29.5.2010, bin allerdings gegenwärtig zwangsweise ein Wochenendsleser und deswegen noch nicht fertig. Aber gerade an diesem Wochenende bin ich kaum von der Lektüre weggekommen: Das Buch liest sich wunderbar, ich bin gleichermassen gefesselt von der unheimlich einfühlsamen Art von Stach als auch vom enormen Zeitwissen, sei es zum ersten Weltkrieg oder zu politischen Zeitströmungen allgemein. Gleichermaßen unterhaltend und lehrreich - was will man mehr! Zu vielen Texten Kafkas habe ich durch diese Lektüre einen anderen Zugang gewonnen, und mein anfängliches Zögern, wieder mal 700 Seiten Sekundärliteratur zu lesen, statt den Primärtext, hat sich gelegt. Die nächste Lektüre der Primärliteratur wird dadurch auf jeden Fall anders ausfallen.

08.06.2010
Tanzende Maschinistinnen An den "Tanzenden Maschinistinnen" weitergemalt, habe schließlich einige Wochen Pause auszugleichen. Die Farbe bei der rechten Tänzerin ist immer noch nicht getrocknet - und das nach fünf Wochen! Diese Farbe kann ich entsorgen. Beim Kerl mit dem Weißen Anzug hätte ich eventuell schon weitermalen können, aber auch hier war der Zustand nicht optimal, so habe ich es also vorgezogen, die zweite Tänzerin anzufangen - ganz klar erkennbar nach einer Vorlage von Otto Mueller (von 1903).

04.06.2010
Messier-Projekt: Nach fast drei Wochen endlich mal wieder eine klare Nacht, so dass ich fünf neue Objekte in meinem Messier-Projekt ergänzen konnte: Messier 3, Messier 5, Messier 52 Messier 53 und Messier 64.

Ceres bei Messier 8: In den ersten Junitagen zog der größte Kleinplanet (1) Ceres am Lagunennebel (Messier 8) im Schützen vorbei. Leider war es in den Tagen des direkten Vorübergangs nicht klar, aber heute konnte ich immerhin das Ende dieser schönen Beobachtungsgelegenheit fotografieren. Die folgende Aufnahme von 23h35UT kombiniert 5 Aufnahmen à 5 Sekunden Belichtungszeit.

Ceres bei Messier 8
Ceres bei Messier 8

Tanzende Maschinistinnen An den "Tanzenden Maschinistinnen" weitergemalt - krankheitshalber habe ich vier Wochen am Bild pausieren müssen. Überraschend waren einige der neuen (weißen) Partien immer noch total feucht, so dass hier kaum weiterzumalen war. Offensichtlich muss zu der neu gekauften Farbe ein Malmittel für schnelleres Trocknen zugegeben werden. Bin noch unentschlossen, ob die beiden tanzenden Damen rote Strumpfhosen oder blaue Arbeiterhosen tragen sollen (sind es noch Maschinistinnen, wenn sie rote Strumpfhosen tragen?). Jedenfalls müssen sie - da sie sich ja körperlich so anstrengen - oben etwas freier sein.

24.05.2010
Himmel über der Wüste von Bernardo Bertolucci nach dem Roman "The Sheltering Sky" von Paul Bowles ist ein Film, den man kaum vergisst, wenn man ihn einmal gesehen hat. Sicherlich ist es über zehn Jahre her, dass ich ihn im Kino gesehen habe, und leider hat es sich seit dem nicht noch einmal ergeben. So habe ich mir eben die DVD gekauft. Was soll man sagen! Man ist geplättet über die herrlichen Bilder, einige der Musikstücke aus dem tollen Soundtrack gehören sowieso zu meiner ewigen Hitparade, und das Schicksal der beiden Hauptpersonen ist so dramatisch - wie es mich kalt läßt. Drei reiche gelangweilte Amerikaner merken halt, dass Geld nicht alles regelt, und die Natur und eine fremde Kultur überwältigend in jeder Beziehung sein können.

16./17.05.2010
Wagenbach, Kafka Klaus Wagenbach - Franz Kafka. Biographie seiner Jugend. Am 3.6.2006 bei einer Lesung von Wagenbach gekauft (und natürlich signieren lassen), aber erst am Sonntag und Montag habe ich mir diese Neuauflage des Standardwerks zur Jugend Kafkas gründlich vorgenommen. Obwohl ich sicherlich schon ein halbes Dutzend Kafka-Biographien gelesen habe, lohnt natürlich auch diese Leküre: Jeder Biograph gewichtet anders. Was ist mir (positiv oder negativ) aufgefallen?

Positiv:

Negativ:
Auch wenn das Negative oben zu überwiegen scheint, ist mein Fazit doch, dass das Buch für einen interessierten Kafka-Leser unbedingt zu empfehlen ist.

15.05.2010
Die Lukasbrüder brechen nach Rom auf... Heute vor genau 200 Jahren, am 15.05.1810, brechen die vier Lukasbrüder Franz Pforr, Friedrich Overbeck, Ludwig Vogel und Franz Hottinger nach Rom auf. Einer stirbt dort, ein anderer bleibt dort, einer wird später Künstler in Zürich, und einer gibt die Kunst auf. Reiseerzählung von Franz Pforr.

Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2: Mit viel gutem Willen etwas mehr als die Hälfte des Films mit angeschaut, dann aufgegeben - nicht mein Geschmack.

14.05.2010
Psarandonis Psarandonis, CD "Ekeia pou Thelo" (2008) - Schon einige Male diese nette CD des kretischen Lyra-Spielers und Sängers Andonis Xylouris (Pseudonym Psarandonis) angehört, zum Beispiel im Urlaub. Eigentümliche Vortragsweise, recht einfache Lieder, mit einfachen Melodien und einfachen Rhythmen. Nett zum Hören, aber eher als Kulissenmusik, als Hintergrundmusik, würde gut zu einem griechischen Essen passen. Man kann gar nicht anders, als nach kürzester Zeit bei jedem Titel mitzuträllern - so einfach (aber trotzdem gut) sind diese Liedchen gestrickt. Psarandonis sieht auf Bildern aus wie ein alter Zausel, was natürlich zur Imagepflege gehört, denn ansonsten (aufnahmetechnisch, transport-logistisch für seine vielen Auftritte) geht er natürlich schon mit der Zeit. Sicherlich hat er ein treues Publikum, welches sich freut, ihn gerade SO zu sehen. Arno Schmidt würde zu Psarandonis wohl sagen: "Dein Äußeres macht die Frage, ob Du einen Kamm besäßest, zu einer müßigen."(AmG)

13.05.2010
Auftritt CES-Chor mit Yasmin in der Tabakwiegehalle Kirchheim. Klar, der sogenannte "Vatertag". Supergute Steaks, Kuchen satt...

Chor
Ein kleiner Ausschnitt des Chors

12.05.2010
Vernissage "Die Drei" (Bodo FL Bremer, Dik Jüngling, Werner Schaub). Eine Ausstellung im Rahmen der Reihe "Kunst im Breitspiel" in der Kanzlei Tiefenbacher. Gut besuchte Veranstaltung trotz der ungünstigen Zeit (18 Uhr an einem Werktag VOR einem Feiertag). Seit drei Jahrzehnten kennen sich die drei, haben in den siebziger Jahren sogar eine eigene kleine Gruppe gebildet und damals noch vergleichsweise ähnlich gearbeitet. In der Kanzlei hat jeder Künstler eine eigene Etage zur Verfügung, jedem war vollkommen freigestellt, welche Themen er wählte, und so zeigt diese Ausstellung schön, wohin sich die drei entwickelt haben. Zum Glück haben sie sich weit von den Arbeiten der siebziger Jahre mit ihrem penetrant sozialkritischen Anspruch entfernt (eine Mappe mit gemeinsamen Arbeiten aus dieser Zeit war mit ausgestellt).


Gedrängel bei der Vernissage. Eine der drei Etagen.

Die sogenannte "musikalische Untermalung" besorgten zwei Mitglieder des Trios "Tune up Jazz": Gregor Gärtner am Saxophon und Jörg Schmider an der Gitarre. Die Jazz-Standards haben ideal gepasst, waren sehr gut gespielt.

Vernissage
Gregor Gärtner und Jörg Schmider

09.05.2010
Neue Zwergnova im Pegasus: Die neue Zwergnova hört gegenwärtig noch auf so unsexy Namen wie VSX J213806.5+261957 oder OT_J213806.6+261957, aber das kann ich noch eher wegstecken als das katastrophale Wetter, welches jede Beobachtung vereitelt.
Entdeckt wurde das Objekt am 6.5.2010 von Dae-Am Yi aus Korea bei einer Helligkeit von 10,8. Einen Tag später wurde es bestätigt. Die Position entspricht der von GSC 2197:886 (R.A. = 21h38m06s.571, Decl. = +26d19'57".33). Tatsächlich handelt es sich dabei um einen optischen Doppelstern mit einigen Bogensekunden Abstand, gegenwärtig ist das ausbrechende Objekt etwas südöstlich, die Bewegung von 1951 bis 1995 kann man leicht in der Animation unten sehen. Am 8.5. hatte das Objekt schon eine Heilligkeit von V=8,74 erreicht, nimmt aber seitdem allmählich ab. Der allmählichen Helligkeitsabnahme überlaert ist eine Modulation mit etwa 0,05mag Amplitude und einer Periode von etwa 1,19 Stunden (vgl den Plot von Gianluca Masi).
Erste Spektren bestätigen den Verdacht, dass es sich um eine Zwergnova des Typs WZ Sge handelt.
Eine Umgebungskarte läßt sich via der AAVSO-Seite zum Stern erhalten.
Eine aktuelle Aufnahme findet sich auf der Webseite des Remanzacco-Observatoriums.

DSS-Farbaufnahme
Farbkomposit aus drei DSS-Aufnahmen (Blau=SJ03381, Grün=SF04244, Rot=SN06376) aus den Jahren 1990 bis 1995.

Pegasus Animation
Animation der POSS-I-Aufnahme 0399 von 1951 und der POSS-II-Platte SN06376 von 1995. Es gibt einige Sterne, die sich in diesem Zeitraum deutlich bewegen.

Tony Gatlif - "Exils": Nachdem mir "Latcho Drom" von Tony Gatlif so gut gefallen hat (vgl. Einträge zum 25./26.4.2010), habe ich mir eine DVD mit den beiden Filmen "Swing" und "Exils" bestellt. Durch beide Filme habe ich mich am Freitag durchgezapped, heute habe ich in aller Ruhe und genüßlich "Exils" von 2004 angeschaut. Ein schöner und beeindruckender Film.
Ein junges Paar, welches offenbar noch nicht lange zusammen ist, macht sich auf den spontanen Wunsch des Hauptdarstellers Zano von Paris aus auf den Weg nach Algier, der Heimat von Zanos Eltern. Über die Herkuft von Naïma, der weiblichen Hauptperson, erfährt man in dieser Phase noch nichts. Mit leichtem Gepäck und lockerem Schritt wandern die beiden über Straßen, fahren schwarz in Zügen und als Blinde Passagiere in einer Fähre. Wie lange die Reise dauert, erfahren wir nicht, es ist aber klar, dass sie vom Charakter her langsam und mit einer Erfahrung der Landschaft verbunden sein muss. Auch das Paar lernt sich näher kennen und erzählt sich in einer beeindruckenden Szene die Geschichte einiger Narben - wobei Naïma die Herkunft einer Narbe auf dem Rücken nicht erzählen kann.
Unterwegs treffen sie Emigranten aus Nordafrika, die auf den Weg nach Europa, nach Paris sind und tauchen in andere Musikwelten ein.
Überhaupt spielt die Musik eine ganz große Rolle in diesem Film: Zano sagt, dass Musik seine Religion ist, Naïma dagegen hat keine Religion, fühlt sich überall fremd, wird aber gegen Ende des Films in einer beeindruckenden zehnminütigen Szene von Sufi-Musikern in eine Trance gespielt und augenscheinlich geheilt. Ob das Paar in Algier bleibt oder zurück nach Paris geht, das bleibt alles offen, beide sehen jedenfalls am Ende glücklicher aus als am Anfang.
Auf der Webseite zum Film finden sich (auf französisch) wertvolle Informationen, wobei besonders interessant die Aussagen von Gatlif zur Bedeutung der Musik sind.

Gatlif, Exils
Zano mit kecken Hütchen und Naïma kommen lockeren Schritts und mit sehr leichtem Gepäck an die marokkanisch-algerische Grenze (© Princes Films)

06.05.2010
Arvo Pärt - 24 Preludes for a Fugue: Nicht ganz billige DVD mit einer musikalischen und visuellen Dokumentation zu Arvo Pärt, seiner Landschaft, seiner Heimat, seinem Leben. Obwohl ich meine, Arvo Pärt, einen meiner Lieblingskomponisten, gut zu kennen, hat mich der feine Humor von Pärt doch etwas überrascht. Betörend schöne Musik und die spannende Möglichkeit, die Körpersprache von Pärt zu bewundern. Sicher werde ich die DVD in den nächsten Wochen mehrfach ansehen. Zwei Höhepunkte: Arvo Pärt spielt vor Schülern das Klavierstück "Alina", und dann das letzte Lied für Counter-Tenor...

04.05.2010
Tanzende Maschinistinnen An den "Tanzenden Maschinistinnen" weitergemalt - jetzt ist die erste der beiden Maschinistinnen untermalt. Zusätzlich zu den stumm gaffenden "Blaumännern" wird es einen schicken Typ im weißen Anzug geben. Eine schwierige Entscheidung wird es geben, wenn sich die Frage stellt, ob nicht zu viel Blau im Bild ist und etwas krachend buntes reingehört. Da habe ich jetzt noch keine Meinung, das muss sich zeigen.

03.05.2010
Donovan - The Ferryman's Daughter: Den Titel hat Donovan nicht offiziell auf einem Album veröffentlicht, daher findet er sich nur auf dem Bootleg eines Konzerts von 1968 in den USA. Und doch gehört er nach Meinung vieler Donovan-Fans zu dessen besten Songs. Sicherlich haben wir ihn heute abend zehnmal angehört, teils um die Melodie in den Kopf zu bekommen, teils um ihn zu übersetzen. Gerade die Übersetzung war schwieriger als gedacht, denn Donovan singt diesen Titel sehr schnell und läßt seinem schottischen Akzent freien Lauf.
Den Titel habe ich irgendwann Ende der siebziger Jahre vom Radio auf Tonband aufgenommen, in den achtziger Jahren auf Kassette überspielt, und nun bei der Digitalisierungsaktion meiner Kassetten auf die Festplatte überspielt. Allerdings habe ich mir dann doch eine qualitativ bessere Aufnahme im Internet besorgt.
Donovan ist seit vierzig Jahren einer meiner Lieblngssänger. Die Kompilation "Golden Hour of Donovan", auf der ausschließlich Titel aus Donovans akustik-Folk-Phase versammelt sind, habe ich während meines Zivildienstes 1973/74 extensiv gehört.

02.05.2010
Lichtecho von GK Per: Da ich am 23.04.2010 (sieh dort) GK Per in einem kleinen Ausbruch fotografieren konnte, habe ich aus zwei Aufnahmen von 1901 eine Animation des Lichtechos erstellt. Leider habe ich nur zwei sehr schlechte Abbildungen als Grundlage, so dass sich die Qualität der Animation in Grenzen hält. Die beiden Aufnahmen sind von G.W. Ritchey mit dem 24" Yerkes-Reflektor gewonnen worden. Die erste Aufnahme ist vom 20.09.1901, die zweite Aufnahme vom 13.11.1901. Die Belichtungszeit bei der zweiten Aufnahme betrug 7 Stunden. Norden ist oben, Westen rechts, das Gesichtsfeld beträgt eta 21' x 18'. Der helle Stern rechts oberhalb des Zentrums ist HD 21588 (Helligkeit V=9,08)

Lichtecho von GK Per
Animation des Lichtechos von Nova Persei 1901 (GK Per)

01.05.2010
Auftritt der Crazy Fourties bei der DGB-Maikundgebung in Frankenthal. Leider war derartig katastrophales Regenwetter, dass wir nur zwei Sets spielten (maximal eineinhalb Stunden) und dann, um die Anlage nicht komplett absaufen zu lassen, wieder abbauten.
Wie üblich hört man sich natürlich auch die Reden an, und hier war beeindruckend die frei gehaltene Hauptrede von Ottmar Schreiner (MdB). Auf dem Bild unser Bandmitglied (und Transnet-Betriebsrat) Dietmar Köhler beim shake-hand mit Ottmar Schreiner.

Ottmar Schreiner und Dedda
Ottmar Schreiner (MdB) und Dietmar Köhler

30.04.2010
Musikauswahl für das Pausenprogramm beim Auftritt am 1.Mai in Frankenthal zusammengestellt.

29.04.2010
Die letzte Bandprobe vor dem Auftritt am 1.Mai in Frankenthal

27.04.2010
Tanzende Maschinistinnen An den "Tanzenden Maschinistinnen" weitergemalt - immer noch sind keine Maschinistinnen zu sehen, aber immerhin sind nun die ersten Zuschauer da. Die beiden angedachten Hauptakteure werden noch etwas auf sich warten lassen, denn auch die Maschinen sind bisher noch nicht fertig.

26.04.2010
Probe Crazy Fourties: Fast komplett. Vorletzte Probe vor dem Auftritt am 1.Mai in Frankenthal.

Latcho Drom von Tony Gatlif: Wieder einige Filmausschnitte angeschaut - ein fantastischer Film.

Eckermann, Gespräche mit Goethe weitergelesen. Bin inzwischen im Jahr 1831.

25.04.2010
Latcho Drom von Tony Gatlif: Die Filmausschnitte, die ich habe (zwei Drittel des Films, vgl. 19.04.2010) mehrfach angeschaut. Einfach toll!

23.04.2010
GK Per: In der späten Dämmerung das sehr tiefstehende Sternbild fotografiert. 21 Aufnahmen à 5 Sekunden mit Objektiv 1,4/50 ohne Nachführung, kombiniert und weiterverarbeitet in IRIS. GK Per ist eine Spur heller als 10mag und leicht auf der Aufnahme unten zu sehen. Die Helligkeit ist untypisch hell für die kleinen Zwischenausbrüche, die GK Per alle paar Jahre zeigt. Hier ein kleiner Ausschnitt im Maßstab 1:1 aus dem Summenbild. Norden ist oben.

GK Per, Nova Persei 1901

GK Per, Animation
Animation von GK Per (24.3.2010 und 23.4.2010)
Zweifach vergrößerter Ausschnitt. GK Per ist unterhalb der Mitte.

Epsilon Aurigae: Wieder eine Aufnahmeserie (1x10 und 1x11 Aufnahmen) mit der IXUS gemacht. Leider nähert sich das Ende der Beobachtungssaison mit Riesenschritten. Hier wieder mal ein Vergleich meiner Grünkanal-Messungen mit den V-Messungen der AAVSO:

Epsilon Aur

19.04.2010
Latcho Drom Tony Gatlif: Filmausschnitte aus "Latcho Drom", "Transylvania" und "Exil" auf YouTube zusammengesucht. Schon vor einem Jahr habe ich mir von dem zur Zeit nicht lieferbaren Film "Latcho Drom" ("Gute Reise") des Regisseurs, Drehbuchautors und Filmproduzenten Tony Gatlif auf YouTube zusammengesucht, was zu finden war. Heute habe ich nach neu hinzugekommenen Material gesucht und zusätzlich nach Ausschnitten aus "Transylvania" und "Exil". Wunderschöne und beeindruckende Bilder, herrliche Farben in den Kleidungen, tolle Musik. Gesprochen wird in den Film(ausschnitt)en, die ich kenne, so gut wie gar nicht. Die DVDs werde ich - soweit erhältlich - bestellen. "Latcho Drom" selber ist nicht lieferbar, aber inzwischen habe ich zwei Drittel des Films zusammengesammelt.

Bandprobe Crazy Fourties: komplette Besetzung. Allmählich wird es ernst, denn am 1. Mai ist unser nächster Auftritt, in Frankenthal.

18.04.2010
"Cash - Tribute to the man in black". Aufführung im Theaterkino. Sänger: Bastian Semm, Perkussion: Sandro Tajouri, Lesung aus Cashs Autobiografie: Jörg Schröder. Schöner Abend. Bastian Semm interpretiert trotz reichlich anderer Stimme die Lieder sehr gut. Und ausgezeichnet sein Gitarrenspiel.

14.04.2010
"Lennon. Free as a Bird". Inszeniertes Konzert von Heiner Kondschak. Aufführung im Opernzelt. So wie es aussah eine ausverkaufte Vorstellung. Das Theater Heidelberg hat mit dem Bob-Dylan-Stück der vergangenen Spielzeit einen großen Erfolg gefeiert, kein Wunder, dass das Konzept nochmal versucht wird. Vielleicht war ich in mißgünstiger Stimmung, vielleicht erwartete ich mehr Beatles-Nähe - gefallen hat mir das neue Stück jedenfalls nicht sonderlich. Konnte man die Bob-Dylan-Aufführung noch als Theater gelten lassen, wird nun das Lennon-Stück über weite Strecken ausschließlich zu einer Musikauführung. Wer von Lennon und seiner Biografie wenig weiß, wird hier auch nicht schlauer. Wer die Beatles wenig kennt, gewinnt einen falschen Eindruck. Die Chronologie der Lieder spielt unverständlicherweise keine Rolle. Der Sound hat mir dem sauberen und durchsichtigen Klang der Beatles wenig zu tun - statt vier Musikern sind nun zehn Musiker beschäftigt. Das Schlagzeug war viel zu rockig, keine Ähnlichkeit mit dem durchaus eigenen Stil von Ringo Star. Der Hauptdarsteller Bastian Semm ist besser, als es nach dieser Aufführung scheint. Heiner Kondschak scheint mit seiner furchtbar übertriebenen Körpersprache als Instrumentalist immer wieder signalisieren zu wollen, dass das tolle und mitreißende Musik ist - leider nutzt sich das Rumgehampele doch stark ab, wenn es durchgehend betrieben wird. Yoko Ono kam wie zu erwarten nicht gut weg - so wie die Rolle gespielt wurde, musste man an eine Geschmacksverirrung von John Lennon glauben. Dass Yoko Ono wichtig und motivierend für John Lennon war, wollen viele Lennon-Fans immer noch nicht zugeben.
Aber trotz aller Kritik war es eine lohnende Vorstellung, bereut habe ich den Besuch nicht.

11.04.-12.04.2010
Gerhard Wolf - Beschreibung eines Zimmers. 15 Kapitel über Johannes Bobrowski. Noch nicht ganz ausgelesen.

08.04.-10.04.2010
Herbert W. Franke - Das Gedankennetz. Zweimal hintereinander gelesen

Degenhardt Franz Josef Degenhardt singt Georges Brassens - Junge Paare auf Bänken. Ich mag Degenhardt, ich mag Brassens, aber wenn der eine den anderen singt, dann scheint das eine andere Sache zu sein. Mit dieser CD hatte ich eine Engelsgeduld und sie in den letzten Monaten viermal angehört, aber nie sprang ein Funke über. Sicher, die Texte sind gut. Sicher, Degenhardt singt gut. Aber die Melodien kommen gar zu gefällig daher, das klingt bei Brassens anders. Und ganz furchtbar ist das Arrangement, das, was im Hintergrund musikalisch so abläuft. Das sind Allerwelts-Arrangements, die zu allen und zu nichts passen. Gerade auch wenn man mit Kopfhörern hört kann man das Geplänkel im Hintergrund kaum mental ausblenden und ist ständig genervt. Mit diesem Arrangeur hat sich Degenhardt jedenfalls keinen Gefallen getan.

06.04.-13.04.2010
Eine Woche Urlaub auf Madeira

02.04.2010
Mit Paul auf dem Bergfriedhof, unter anderem im Jüdischen Teil und bei den Gräbern von Max Wolf, Friedrich Gundolf und Hilde Domin. Hier bin ich am Grab von Max Wolf, dem berühmten Heidelberger Astronomen (21.6.1863-3.10.1932).

Grab von Max Wolf

Grab von Max Wolf
Der Spruch am Grab von Max Wolf.

01.04.2010
Venus und Merkur am Abendhimmel - Nur etwas mehr als drei Winkelgrad trennen die beiden Planeten, und Venus ist damit bei der aktuellen Abendsichtbarkeit von Merkur eine ideale Aufsuchhilfe für diesen nicht immer einfach zu findenden Planeten. Merkur befindet sich rechts etwas unterhalb von Venus

Venus und Merkur am 01.04.2010

Daten: 01.04.2010, 18h46 UT, Canon IXUS 70, Teleeinstellung (also 17,4mm Brennweite), Belichtungszeit 1 Sekunde

Tanzende Maschinistinnen 30.03.2010
An den "Tanzenden Maschinistinnen" weitergemalt - allerdings tanzt bisher noch niemand und weit und breit ist noch keine Maschinistin zu sehen. Der Hintergrund will halt auch gemalt sein. Immer wieder erstaunlich, wieviel Farbe man für einen fett gemalten Hintergrund braucht. Ursprünglich wollte ich die Wände grauer halten und viel dunkler, aber kaum fängt man an, wird schon wieder alles über den Haufen geschmissen.

Mark Clifton Mark Clifton "Mac Kenzies Experiment" - ein Taschenbuch aus der damals berühmten Serie "Goldmanns WELTRAUM Taschenbücher". Ich weiß nicht mehr, wann ich es gekauft habe, es muss 1968 oder 1969 gewesen sein. Ich war - natürlich bedingt durch mein schon damals ausgeprägtes Interesse an Astronomie - ein begeisterter Leser von Science Fiction, hauptsächlich von "Perry Rhodan" und "Atlan", den berühmten Serien aus dem Moewig Verlag, natürlich auch von "Terra" und anderen. Allein von Perry Rhodan habe ich wohl fast jedes Heft der Nummern 1 bis 400 gelesen, die ich zum großen Teil in einem Antiquariat nach und nach zusammengekauft habe, für 20 Pfennig das Stück.
Man kann ja nicht sein ganzes Leben lang an Perry Rodan hängen bleiben, und so begann ich nach und nach zunächst im Rahmen der Science Fiction anspruchsvollere Texte zu lesen. Mark Clifton und sein Sammelband "Mac Kenzies Experiment", benannt nach einer der Geschichten des Bandes, nimmt dabei eine Zwischenstellung ein. Fasziniert an der Titelgeschichte hat mich besonders, dass meine damaligen Lieblingstiere, die Ameisen, als vorherrschende Intelligenz des Universums bezeichnet wurden, die sich über intergalaktische Entfernungen unterhalten könnten. Das war ein gefundenes Fressen für mich, der ich Bücher über Ameisen aus der Stadtbücherei auslieh und immer mit Vergrößerungsglas unterwegs war.
Beim Wiederlesen lassen sich die Schwächen der Geschichte nicht verbergen, die stereotypen Beschreibungen, wie halt ein Genie auszusehen und sich zu benehmen hat, das neblige und unklare wo, wann, was, die schwache Charakterschilderung (obwohl Mark Clifton lange Personaldirektor grosser Firmen war). Trotzdem ein Band, der für meine "Lektüresozialisation" so wichtig war, dass ich ihn nie ausmisten würde. Die anderen Geschichten des Bandes interessieren mich schlicht nicht mehr.
Eine gewisse Bekanntheit hat auch der Gestalter der Umschlagseiten von "Goldmanns WELTRAUM Taschenbücher", der Graphiker Eyke Volkmer. Ein schönes Interview mit ihm hat Tommi Brem geführt und als "Houdini Nation Bulletin No. 3" Veröffentlicht.

29.03.2010
Band-Probe in reduzierter Besetzung, worüber ich nicht unglücklich war, denn immer häufiger habe ich den Eindruck, das die Basis-Besetzung Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang ideal ist: Ich mag es, wenn die einzelnen Instrumente herauszuhören sind, und nicht alles in einem Brei untergeht, den eine siebenköpfige Band nun mal häufig produziert. Nicht ohne Grund sind die guten alten Free immer noch eine meiner Lieblingsbands - vor allen in Live-Auftritten, bei denen nichts übereinandergemischt wird. Es sieht so aus, als ob unsere Crazy Fourties demnächst eine Knospe bekommen und wir in Trio-Besetzung nebenher einige Instrumental einstudieren.

28.03.2010
Pueltz, Storm Gelesen: Wilhelm Pültz - Die graue Stadt am Meer. Storm-Novelle. Das Bändchen hat gerade mal 73 Seiten, aber mehr hätte ich auch nicht mehr ausgehalten. Gedruckt ist der Text 1972, aber er atmet den Mief der fünfziger oder frühen sechziger Jahre, lag also bis zur Drucklegung wohl eine gehörige Zeit in der Schublade, bis sich mal ein Verleger erbarmte. Die Novelle behandelt die Zeit, als die Familie Storm 1864 aus dem "Asyl" in Potsdam und Heiligenstadt nach Husum zurückkehrt, und Storms Ehefrau Constanze nun wieder damit konfrontiert ist, dass die Storm-Liebe Dorothea Jensen nun quasi vor der Haustür wohnt (davor steht sie, der Novelle nach, des öfteren). Letztlich stellt Pültz es so dar, dass sich Storms Frau quasi opfert und freiwillig nach der Geburt ihres letzten Kindes stirbt, um ihrem Mann den Weg frei zu machen für Dorothea - nicht ohne die eigenen Kinder in die Obhut der Nachfolgerin zu geben. Pültz, der laut Klappentext "die Quellen sucht, an denen die Kraft der Dichtung unverfälscht sprudelt", hat diese bestimmt nicht gefunden. Erstmal ist er nicht in der Lage, den Konflikt Storms zu beschreiben, selbstverständlich noch weniger die Seelenlage Constanzes, und im Vergleich zu lang und breit beschriebenen Banalitäten werden gerade diese spannenden Konflikte schwach beschrieben. Dabei darf das Geraune über die Quellen der Dichtung und die Bedeutung des Leidens und so weiter nicht fehlen. Forget it.

27.03.2010
Beim Ausmist-Projekt (hab' zu viele Bücher, zu viele Medien, zu viele dies, zu viele das) heute weitergemacht und einen halben Jahrgang "Sterne und Weltraum" von 1996 durchgeschaut. Was soll man mit drei Regalmetern Astro-Zeitschriften schließlich anfangen! Immerhin war es spannend, in diesen Heften das Aufkommen der CCD-Technik in der Amateur-Astronomie Mitte der 90er Jahre wieder mal nachzuerleben. Und wie furchtbar von heute aus betrachtet diese Himmelsaufnahmen von stolzen Besitzern damals sündhaft teurer Kameras mit den winzigen Chips wirken. Und wie stolz man damals war...
In diesen Heften findet sich eine über vier Hefte hinziehende Untersuchung über den Vulkanismus im Sonnensystem von Peter Lanle. Bei der Lektüre viel gelernt. Das sind die Aufsätze, die ich ausschneide.

25.03.2010
Mondaufnahme: "Goldener Henkel": Wieder durch das Fensterglas des Dachfensters fotografiert, und wieder freihändig die kleine Canon Ixus 70 direkt hinter das Okular des Comet Catchers gehalten. Eine bessere Qualität als die folgenden Aufnahmen werde ich mit dieser Methode wohl nicht erreichen.
Die Beobachtung war reizvoll (und deswegen habe ich noch einmal eine Aufnahme versucht), weil das Sinus Iridum am Mondrand so beleuchtet war, dass es den berühmten "Goldenen Henkel" bildete.
Aufnahmedaten: 25.03.2010, 18h34UT, Comet Catcher (140/500), Okular 18mm, Canon Ixus 70 mit leichter Teleeinstellung.

Mond am 25.03.2006

Mond, Goldener Henkel
Ausschnitt "Goldener Henkel" aus obiger Aufnahme

24.03.2010
Beginnender Ausbruch von GK Per: Die Bedingungen waren so mäßig (störender Mond, teils zogen dünne Wölkchen durch meine Aufnahmen), dass es nicht geklappt hat, den aktuellen Ausbruch von GK Per schon jetzt zu dokumentieren. GK Per muss für meine Aufnahmemöglichkeiten erst noch heller werden.
Aufnahmedaten: 24.03.2010, 19h10 UT, Canon EOS450D, 30x5 sec mit Objektiv 1,4/50, keine Nachführung.

GK Per

Mondaufnahme - Die Hauptabsicht hinter dieser Aufnahme war, die Möglichkeit von Beobachtungen mit Feldstecher oder Teleskop direkt durch das geschlossene Dachfenster zu testen: Besser suboptimale Beobachtungen machen als gar keine Beobachtungen. Mit dem Celestron Comet Catcher daher zunächst visuell den Mond beobachtet, dann Lust bekommen, das gesehene zu fotografieren. Bei den zehn Aufnahmen, die ich mit der freihändig hinter das Okular gehaltenen Ixus gemacht habe, waren einige brauchbare darunter, zum Beispiel diese.
Aufnahmedaten: 24.03.2010, 17h32UT, Comet Catcher (140/500), Okular 18mm, Canon Ixus 70 mit leichter Teleeinstellung.

Mond am 24.3.2010

Mond, 24.3.2010, Ausschnitt
Ausschnitt aus der obigen Aufnahme im Maßstab 1:1

Mit dem Ergebnis der Beobachtungen durch das Fensterglas des Dachfensters war ich übrigens zufrieden.

23.03.2010
Neues Ölbild "Tanzende Maschinistinnen" angefangen: Wie jedesmal, wenn man ein Bild beginnt, sieht das Ergebnis erstmal nach einem heillosen Geschmier aus. Hier ein Scribble und der allererste Zwischenstand zum neuen Bild mit dem Arbeitstitel "Tanzende Maschinistinnen":

Scribble zu den Tanzenden Maschinistinnen   Tanzende Maschinistinnen, erster Zwischenstand

Ausbruch von V407 Cyg - Den Wecker auf 5 Uhr morgens gestellt und mit Mühe und Not aufgestanden. Diesiger Himmel, Grenzgröße mit bloßem Auge bestenfalls 3,5mag im Zenit. Zum Nachweis der Nova 20 Aufnahmen à 5 sec bei geöffneter Blende gemacht (Objektiv 1,4/50). Zum Glück war ich mit der Scharfstellung recht erfolgreich, und daraus resultiert trotz der Bedingungen eine beachtliche Grenzgröße. V407 Cyg ist leicht auf der Summenaufnahme zu sehen, deutlich rot, der Nordamerikanebel ist zu ahnen.

V407 Cyg

V407 Cyg, Lichtkurve
Eine noch sehr vorläufige Lichtkurve des Ausbruchs (AAVSO u.a.).
Die visuellen Werte sind Tagesmittel.

Messier-Projekt: Messier 39 - sehr praktisch: Das Objekt findet sich auf der Aufnahmeserie zu V407 Cyg.

21.03.2010
Dead can Dance - Von dieser Gruppe, die eigentlich nur aus Brendan Perry und Lisa Gerrad besteht, besitze ich die CD "Aion" von 1990 und etwa 20 weitere Titel, die sich irgendwie, irgendwann einmal als mp3-Datei zu mir verirrt haben. Trotz des ambitionierten Anspruchs der beiden besteht das Material über weite Strecken doch aus Easy Listening, aus netter Ambient-Musik, die in der Hauptsache als Hintergrundmusik brauchbar ist. Oder eben als Filmmusik. Im Rahmen eines größeren Entrümpelungsprojekts habe ich die 20 Titel heute mehrfach durchgehört und rund die Hälfte gelöscht. Offen gestanden wäre es auch kein grosser Verlust für das "Schallarchiv", wenn ich alles gelöscht hätte. Die CD "Aion" habe ich auch nur wegen eines einzigen Titels gekauft, wegen "Black Sun". Heutzutage kann man sich gezielt das eine Lied kaufen - schöne neue Welt...

19.03.2010
"Destroying Angels" von Bohren & Der Club of Gore - Innerhalb einer Woche sicher ein Dutzend mal angehört - atemberaubend.
Einen Link findet man bei motel de moka.
Bohren & Der Club of Gore wurde 1992 von Musikern gegründet, die teils seit 1988 zusammengespielt haben. "Destroying Angels" ist von der 2002 veröffentlichten CD "Black Earth".

18.03.2010
Ensemble Constantinople CD "De Castille à Samarkand", Ensemble Constantinople. Eine nette Idee steckt hinter dieser CD: Die fünf Musiker Guy Ross, Matthew Jennejohn, Elin Söderström, Kiya und Ziya Tabassian, die das 1998 gegründete Ensemble "Constantinople" bilden, decken von ihrer Herkunft und/oder ihrer Ausbildung und ihrem Instrumentarium her ein breites Spektrum alter Musik des Mittelmeerraums und Vorderasiens ab. Mit der CD "De Castille à Samarkand" untermalen sie musikalisch die Reise des Diplomaten Ruy Gonzáles de Clavijo und seiner Begleitung im Auftrag von Heinrich III. von Kastilien von Càdiz nach Samarkand, der Hauptstadt des mongolischens Großreichs unter dem Herrscher Tamerlan. Durch das erhaltene Tagebuch von Clavijo ist diese Reise gut dokumentiert. Am 23.5.1403 startete die Expedition in Càdiz, erreichte am 31.8.1404 Samarkand, begann am 22.11.1404 die Rückreise und kehrte am 24.3.1406, nach insgesamt 34 Monaten, wieder nach Kastilien zurück: Das Reisen war früher eine langwierige Angelegenheit. Zur Untermalung der Reise wählte das Ensemble Werke aus dem reichen Schatz der musikalischen Tradition des dreizehnten bis sechzehnten Jahrhunderts der Kulturkreise von Kastilien entlang der Seidenstrasse bis nach Samarkand. Die Musiken werden nicht original dargeboten, sondern bearbeitet, arrangiert, teilweise collagiert, dies wiederum teilweise auch mit eigenem Material des Ensembles "im Stil" des alten Materials. Überzeugt hat mich das Ergebnis nicht: Es fehlt den Darbietungen das Feuer, das Herzblut, mit dem z.B. die Musik aus Spanien vom Ensemble Hesperion XX (oder XXI) dargeboten wird. Und die orientalischen Musikstücke (oder Collagen) fand ich schlicht langweilig. Typischerweise war für mich das beste Stück der CD die Adaption einer "Cantiga de Santa Maria", daneben Passagen einer Eigenkomposition von Guy Ross ("Vermiculus"), die durch mittelalterliche Musik inspiriert sein soll.
Wer das Ensemble kennenlernen will, findet auf ihrer Homepage eine Menge Stücke in passabler Qualität.

17.03.2010
CD "Songs, Lieder & Gedichte". Ernst Busch singt Brecht". Die Hälfte der CD in bester Absicht angehört, aber auf Dauer schmerzt diese Stimme, die nur zum besserwisserischen Schimpfen und Anklagen zu taugen scheint und jeden Text kaputt bekommt. Kaum zu glauben, dass das Brecht-Texte sind - es klingt einfach alles nur furchtbar. Kaum vorstellbar, dass jemand freiwillig diese Sachen angehört hat. Unsere beiden Kater haben jedenfalls das Zimmer verlassen.

Messier-Projekt: Die Bearbeitung zweier Aufnahmeserien vom 16.03.2010 erbringt sechs weitere Objekte.

16.03.2010
Messier-Projekt: Die Bearbeitung einer Aufnahmeserie vom 15.08.2009 hat rund ein Dutzend neue Messier-Objekte in meine Sammlung gespült.

14.03.2010
Messier-Projekt: Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 29.05.2009 mit Galaxien des Virgo-Haufens.

10.03.2010
Messier-Projekt: Messier 93 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 4.3.2010.

09.03.2010
Messier-Projekt: Messier 36 und Messier 38 - Bearbeitung einer Aufnahmeserie von 25 Aufnahmen, die ich am gleichen Abend gewonnen habe. Da der Himmel diesig war und das Flutlicht des nahen Sportplatzes sehr stark störte, machte ich einige Aufnahmen mehr als üblich.

Seit dem 07.03.2010, seitdem ich weiß, dass Lhasa de Sela gestorben ist, höre ich täglich ihre Musik, heute allein zweimal die zweite CD "The Living Road" von 2003 und einmal ihre dritte CD "Lhasa" von 2009. Die dritte CD fällt für meinen Geschmack deutlich gegen die beiden früheren CDs ab: Die Stimme ist nicht so intensiv, so rauchig, so spannend, die Musik ist gefälliger produziert, die Texte durchgehend auf englisch (die erste CD war durchgehend spanisch gesungen, die zweite umfasste englische, französische und spanische Lieder). Hätte ich nur diese dritte CD gehört, wäre mir Lhasa kaum positiv aufgefallen. Wie herrlich dagegen zum Beispiel "La frontera" von der zweiten CD: Diesen Titel habe ich mehrmals hintereinander anhören müssen.

08.03.2010
Für mein Messier-Projekt eine Aufnahmeserie vom 4.3.2010 bearbeitet und eine gute Aufnahme mit Messier 46 und Messier 47 erhalten. Dank der guten Qualität speziell dieser Aufnahmeserie konnte auch eine passable Aufnahme von Messier 48 gewonnen werden, obwohl sich dieser Sternhaufen am Rand des Formats befindet.

07.03.2010
Für das Messier-Projekt konnte ich aus einer leider etwas unscharfen Aufnahmeserie vom 7.3.2010 eine Aufnahme mit den drei Objekten Messier 95, Messier 96 und Messier 105 gewinnen und eine Aufnahme mit den Objekten Messier 65 und Messier 66.

Gestern über die Webseite Pathway to unknown worlds erfahren, das die Sängerin Lhasa de Sela am 1.1.2010 verstorben ist. Sehr schade: Ich habe diese Stimme gemocht, natürlich auch die Musik von Lhasa, aber hauptsächlich die Stimme. Da ich heute noch ziemlich malade war und immer mal wieder im Bett liegen musste, bot es sich an, alles durchzuhören, was ich von Lhasa habe, das waren die Alben "La Llorona" (von 1998) und "The Living Road" (von 2003), sowie "rare and unreleased" Material. Lhasa ist die Tochter einer amerikanischen Mutter und eines mexikanischen Vaters , hat sich dann aber 1992 in Montreal niedergelassen (sieht man vom nomadischen Leben als Mitglied eines Zirkus einmal ab). Alle drei Kulturkreise haben ihre Spuren bei ihr hinterlassen, und sie singt folglich auch in drei Sprachen (spanisch, englisch und französisch) - sogar ein Fayrouz cover findet sich unter dem "rare and unreleased" Material.

Gestern kam das Sky & Telescope von April 2010, und schon ist es ausgelesen - immer dünner wird diese Zeitschrift, sie hat gerade noch 86 Seiten, davon ca 24 Seiten Werbung. Interessant waren folgende Artikel:
"The universal jet set" (über kosmische Jets in allen Größenordnungen), und
"Hanging in the balance" (über die Stabilität des Sonnensystems über sehr lange Zeiträume, ergänzt um einen Beitrag über die Verhältnisse im Jupitermond-System.

Messier-Projekt: Messier 50 kam auf der Aufnahmeserie vom 28.02.10 wegen des Sturms bei der Aufnahme nur etwas verwackelt heraus, deswegen am 4.3.10 eine neue Aufnahmeserie gemacht und heute verarbeitet. Jetzt ist das Ergebnis in Ordnung. Auch die drei Veränderlichen RY Mon, X Mon und V523 Mon finden sich auf der Aufnahme.

Ausbruch der Zwergnova HL CMa  Gegenwärtig ist HL CMa im Ausbruch und hat etwa 10,5mag erreicht. Trotz der Nähe zu Sirius ist HL CMa auf der Aufnahmeserie zu M50 nachweisbar (19 Aufnahmen à 5 Sekunden mit Objektiv 1,4/50). Der Ausschnitt ist um den Faktor 2 vergrößert und stark kontrastverstärkt.
Die Bildhöhe beträgt rund 55 Bogenminuten.

HL CMa

06.03.2010
Seit einigen Tagen (ausgelöst durch eine anregende Mail von Matthew Templeton) gibt es eine spannende Diskussion auf der AAVSO-Mailing-Liste über die Gründe, warum die Zahl der visuellen Beobachtungen von Veränderlichen Sternen so massiv zurückgegangen ist und ob sich visuelle Beobachtungen überhaupt noch lohnen.
Ich verfolge diese Diskussion, weil ich dieses Phänomen auch bei mir selbst beobachte: Früher habe ich fleißig und zu jeder Nachtzeit beobachtet (manchmal den Wecker auf abenteuerliche Zeiten wie vier Uhr morgens gestellt), aber seit einigen Jahren beobachte ich visuell fast gar nicht mehr. Obwohl es natürlich auch viele Gründe im persönlichen Umfeld gibt, scheint bei mir doch der Hauptgrund in der vielen Zeit zu liegen, die bei Internet-Recherchen verbracht wird, sowie im Aufwand, den es macht, Werte mit der CCD-Kamera (oder mit Digicams) zu gewinnen. In der Zeit, die ich heute brauche, um die zwanzig Aufnahmen für Epsilon Aurigae zu gewinnen und mühevoll auszuwerten, habe ich früher mein ganzes visuelles Beobachtungsprogramm mit über zwanzig Sternen durchgezogen.
Daher brüte ich nun seit einigen Tagen, was besser ist: Mit Elektronik sehr wenige Sterne mit höherer Genauigkeit zu beobachten, oder visuell wieder einen Haufen "alter Freunde" zu beobachten - keine leichte Entscheidung, man will schließlich immer alles.

05.03.2010
Epsilon Aurigae - Vergleich CCD/DSLR/pe zu Digicam
Hier ein Vergleich der von der AAVSO gesammelten V-Messungen (also keine visuellen Schätzungen) mit den Messungen anhand meiner einfachen Digicam (rote Punkte). Das unter dem 2.2.2010 gesagte gilt weiterhin: Die Digicam schlägt sich wacker, und ich hoffe nur, dass sie bis zum Ende des Minimums durchhält - inzwischen hat die kleine IXUS nämlich schon über 7300 Aufnahmen auf dem Buckel. Die Helligkeiten auf der Ordinate gelten natürlich nur für die (schwarzen) V-Werte, die mit der Digicam gewonnenen Werte sind einfach nach unten verschoben. Jeder rote Punkt ist übrigens mit ziemlich genau 15 Minuten Aufwand verbunden!
Zu Eigentümlichkeiten der Lichtkurve und zu weiteren Details vgl. den Vergleich von Anfang Februar.

Epsilon Aurigae, Lichtkurven Digicam und AAVSO

04.03.2010
Messier-Projekt: Messier 50 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.10. Diese Serie habe ich einige Tage später wiederholt, da die Aufnahmen vom 28.2. aufgrund des Sturms verwackelt waren.

Messier-Projekt: Messier 78 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.10. Hier stand die Kamera windgeschützt.

03.03.2010
Messier-Projekt: Messier 41 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.10.

02.03.2010
Messier-Projekt: Messier 42 und Messier 43 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.2010. Das ist bisher die erste Aufnahme meines Messier-Projektes, bei der ich den Kontrast nicht linear anpassen konnte, sondern am Gamma-Wert schrauben musste, um die hohen Kontrastunterschiede einigermaßen ausgleichen zu können.

Das Bild "Garagentraum" fertiggemalt. In einer Woche werde ich mit etwas zeitlichem Abstand prüfen, ob noch etwas zu korrigieren ist, aber vorerst betrachte ich es als fertig.

Garagentraum

01.03.2010
Messier-Projekt: Messier 79 - Bearbeitung der Aufnahmeserie vom 28.2.2010.

27.02.2010
Hermann, Dracula, Vlad Comic "Auf Draculas Spuren. Vlad der Pfähler". Von Hermann. Szenario: Yves H. (Yves Huppen, der Sohn von Hermann Huppen).
Ein ungewöhnlich grausamer Comic. Ich habe ihn deswegen nicht gekauft, obwohl grafisch brilliant, sondern nur zum großen Teil in der Stadtbücherei gelesen - nicht einmal ausgeliehen. Diese Ästhetisierung der Grausamkeit war mir denn doch zuviel. Hermann (eigentlich Hermann Huppen) hat auch früher neben Western schon mittelalterliche Themen gezeichnet, und zimperlich war er dabei nie. Bei diesem Comic kann man sich allerdings schon fragen, wieso er frei verfügbar sich zwischen Comics befindet, die sich eher an Jugendliche oder Kinder wenden, manche Comics von Milo Manara (einer meiner Lieblingszeichner) aufgrund explizit erotischer Zeichnungen dagegen nicht einmal frei in Comic-Läden ausliegen dürfen, und nicht an Jugendliche verkauft werden dürfen. Es ist eben immer noch so, das die Darstellung von Liebe und Erotik verwerflicher zu sein scheint, als die explizite Darstellung von Gewalt und Grausamkeit. Verkehrte Welt.
Die Darstellungen Gepfählter bei Hermann haben grosse grafische Klasse, ich frage mich nur, wieso man so viel Arbeit in solche Darstellungen steckt - steckt da einfach wirtschaftliches Kalkül dahinter? Oder stecken da emotionale Defekte dahinter?
In der Wikipedia finden sich unter dem Eintrag "Vlad III. Draculea" recht neutrale und interessante Informationen zum geschichtlichen Vlad und seiner Bedeutung im heutigen Rumänien und im Rumänien unter Ceausescu.
Ich habe mir einige Abbildungen während der Lektüre abfotografiert, hier aber nur eine kleine Fassung einer Landschaftsdarstellung - eine kalt und bedrohlich anmutende Festungsarchitektur in unwirtlicher Landschaft.

Hermann, aus Vlath

24.02.2010
Abends Orchester-Konzert in der Stadthalle, mit Gidon Kremer.

Sky & Tel März 2010 fertig gelesen.

23.02.2010
Mit Elke wie fast jedes Jahr auf der Basler Fastnacht.

Basler Fastnacht 2010

Basler Fastnacht 2010

Basler Fastnacht 2010

Basler Fastnacht 2010

22.02.2010
Mal endlich wieder eine Band-Probe in kompletter Besetzung.

Die in den letzten Tagen bearbeiteten EOS450D-Aufnahmen von Veränderlichenfeldern begonnen auszumessen.

21.02.2010
EOS450D-Aufnahmen zu Veränderlichenfeldern verarbeitet - eine Heidenarbeit, fast den ganzen Tag damit verbracht. Unschlüssig, ob ich das weitermachen soll.

Sky & Tel März 2010 gelesen.

20.02.2010
Messier-Projekt: Messier 44 - Bearbeitung einer älteren Aufnahmeserie zu M 44. Canon EOS 450D, 1,7/50. Bin am Überlegen, ob ich diese Aufnahmeserie noch einmal wiederholen soll, denn statt der üblichen zwanzig Aufnahmen habe ich hier nur zehn Aufnahmen addiert. Auch kam das wesentlich schlechtere no-name 1,7/50-Objektiv zum Einsatz, statt dem Original Canon 1,4/50.

Messier-Projekt: Messier 67 - Bearbeitung einer älteren Aufnahmeserie zu M67. Canon EOS 450D, 1,7/50. Hier gilt das gleiche wie bei M44, nur noch stärker, denn M67 ist lichtschwächer als M44 und braucht wesentlich mehr Aufnahmen.

EOS450D-Aufnahmen von Veränderlichenfeldern ausgewertet.

Sky and Telescope März 2010 gelesen. Endlich mal wieder interessante Artikel in dieser immer dünner werdenden Zeitschrift:

16.02.2010
Am Bild "Garagentraum" weitergemalt, fast nur an der Frau.

Epsilon Aurigae: Aufnahmeserie (20 Aufnahmen mit der IXUS 70 - für zwei neue Werte).

15.02.2010
Veränderlichen-Aufnahmen mit der EOS450D bearbeitet, hauptsächlich die von Alpha Ori. Etwas enttäuscht über die stark wechselnde Qualität der Aufnahmen (teils wegen durchziehender dünner Wolken, die man während der Beobachtung gar nicht wahrgenommen hat, teils aus technischen Gründen, z.B. Sättigung der Sternscheibchen)

14.02.2010
Messier-Projekt: Messier 27 - Eine sehr vorläufige Version erstellt, denn nur 5 Aufnahmen à 5 Sekunden wurden addiert, im Gegensatz zu den anderen Objekten, für die mindestens 20 Aufnahmen addiert wurden.

Messier-Projekt: Messier 31, 32 und 110 - Der Andromedanebel ist für jede Zusammenstellung von Astroaufnahmen ein Muss. Für ihn habe ich 20 Einzelaufnahmen à 5 Sekunden addiert.

Friedrich Weinbrenner

Friedrich Weinbrenner: Denkwürdigkeiten aus seinem Leben, von ihm selbst geschrieben (1829): Die ersten 170 Seiten gelesen. Spannend, wie ein einfaches Handwerkerkind einen Hang zur Kunst und Bildung entwickelt. Obschon er schon mit Anfang zwanzig als Bauführer recht erfolgreich arbeitete, war er in seinem Wissendrang nie erlahmend und hat nahezu autodidaktisch ein Architekturstudium absolviert. Von 1792 bis 1797 war er zu Studien in Rom und Neapel, im Anschluß daran wurde er in Deutschland schnell berühmt und schulbildend.
Spannend sind manche Menschenschilderungen und die Beschreibung deren Lebensmaximen, die sie Weinbrenner gerne mitteilten (bes. des Porträtmalers Darbs). Auch die ganz wichtige soziale Funktion von Empfehlungsschreiben zur damaligen Zeit wird sehr deutlich. Beeindruckend, wie selbstlos wildfremde Menschen unterstützt wurden, deren einziger Kredit oft nur ein gutes Empfehlungsschreiben war.
Interessant fand ich die sehr positive Schilderung der Wiener Akademie aus Sicht eines sehr wißbegierigen jungen Mannes - gerade wenn man den Verriss dieser Akademie seitens der Lukasbrüder / Nazarener kennt -, sowie einige so noch nicht gelesene Beobachtungen aus dem Römischen Volksleben Ende des 18. Jahrhunderts.
Das Buch (genauer: die pdf-Version von Google-Books) hat mir bisher so gut gefallen, dass ich es zuende lesen werde.

13.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr fertig abgetippt, {vgl. Eintrag zum 05.02.10). Strukturiert und mit der Überarbeitung begonnen.

Messier-Projekt: Messier 11 - Dieser Bildausschnitt um Messier 11 besteht aus der Kombination von drei Aufnahmeserien aus jeweils 20 Aufnahmen mit jeweils 5 Sekunden Belichtungszeit (Canon EOS450D und Objektiv 1,4/50). Sehr tiefer Stand, aufgehellter Himmel, also suboptimale Bedingungen. Letztlich ist diese Aufnahme ein Abfallprodukt aus den Beobachtungen der Nova V496 Sct. Ausser M11 sind noch die Sternhaufen NGC 6704 und Basel 1 sichtbar.

Messier-Projekt: Messier 26 - Dieser Bildausschnitt ist aus den selben Aufnahmen wie der Ausschnitt von Messier 11. Alle Angaben von dort gelten daher auch für M 26.

12.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt, {vgl. Eintrag zum 05.02.10)

Comic "Mona und ihr Herz" weitergemacht (Scribble)

Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von 1831).

11.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt, {vgl. Eintrag zum 05.02.10)

10.02.2010
Comic "Mona und ihr Herz" angefangen (Scribble)

Zwanzig Aufnahmen von Epsilon Aurigae gemacht, als es nach rund drei Wochen für ein oder zwei Stunden mal wieder aufklarte, selbstverständlich die Aufnahmen gleich ausgewertet. Ergebnis: Epsilon Aur ist noch schwächer geworden.

09.02.2010
Weitergemalt am aktuellen Bild ("Garagentraum"), hauptsächlich an der Frau. Das Bild wird noch einige Stunden brauchen.

08.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter bearbeitet, {vgl. Eintrag zum 05.02.10)

07.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt (etwa fünf Seiten).{vgl. Eintrag zum 05.02.10)

Zanzibara 2 CD "Zanzibara 2" 1965-1975 Golden years of Mombasa taarab. Als Ende der achtziger Jahre die ersten beiden CDs mit Taarab-Musik erschienen, war ich dieser lockeren, relaxten Musik verfallen. Damals war es nicht einfach, überhaupt an so eine CD zu kommen, es gab noch kein Internet... Die Heimat dieser Musik ist Sansibar, und wie diese Insel überhaupt hat die Musik die Einflüsse aller Kulturkreise integriert, die sich in Sansibar treffen: afrikanische Musik, arabische Musik, europäische Musik und indische Musik. Meist wird die Musik von grossen Ensembles in Clubs gespielt, und auch diese Orchester sind schon ein beeindruckender Anblick: Von Akkordeons und Geigen bis hin zu elektrisch verstärkten indischen Instrumenten ist alles mögliche dabei. Buda musique gibt seit einigen Jahren eine CD-Reihe zur Taarab-Musik heraus, gegenwärtig sind es bereits fünf CDs, und jede CD hat ihren Schwerpunkt auf einem Interpreten, einem Orchester oder einer Zeit. Die "Zanzibara 2" beschäftigt sich mit sieben verschiedenen Ensembles, die von 1965 bis 1975 aktiv waren. Die Aufnahmequalität ist den Umständen entsprechend gut: Aufgenommen wurde in einem Lagerhaus in Mombasa mit einem einzigen Mikrophon. Verbreitet wurde diese Musik damals in Form von Kassettenkopien, erstellt in Hinterzimmer-Firmen. Ich habe diese CD nun zum viertenmal angehört, diesmal sogar sehr konzentriert, und muss sagen: Von Anfang bis Ende top, kein Durchhänger, tolle Musik, die die Laune hebt.

06.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt (etwa drei Seiten).{vgl. Eintrag zum 05.02.10)

Harald Wohlfahrt und Radio Regenbogen "Palazzo Dinner-Show". Ein Vier-Gang-Gourmet-Menü (Feine Vorspeisenvariationen vom schottischen Lachs mit Ananas-Mangochutney und asiatischer Gewürzsauce; zweiter Gang: Spieß von Scampi und St.Jacobsmuschel auf Kokosrisotto und Thaicurryschaum; Hauptgang: Zweierlei vom Kalb mit Kräuterkruste , glasiertem Gemüse und Schalotten-Estragonjus; als Nachtisch dann Delice von Gubor-Schokolade mit Kompott von exotischen Früchten in Bananen-Maracujacouli) - was soll man sagen: Es hat schon sehr gut geschmeckt.
Dazu Show und Artistik. Durch das Programm führten "Die Kavaliere" (waren sehr gut). Immer wieder Tanzeinlagen von "Les Déesses" mit Marissa Burgess (die super aussah, auch immer ein professionelles Strahlen im Gesicht hatte, als ob sie den größten Spaß hätte). Die Musik war OK, das weichspülerhafte hat zur Veranstaltung gepasst. Auch die eigentlichen Artisten erste Wahl, beeindruckend z.B. das chinesische "Trio Ballerina", bei der eine, manchmal zwei Damen Tanzfiguren auf den Schultern eines armen Teufels ausführten, den man die Anstrengung (nun ja, aus vier oder fünf Meter Abstand) schon sehr ansah. Die Tänzerin, die fast alles mitmachte, sah sehr hübsch aus, schaute NIE nach unten zum Träger, immer mit gleichbleibenden Lächeln nach vorne oder ins Publikum, gab auch die leisen Kommandos. Gut auch der Chinese Cong Tian am Schlappseil. Ich war zwar eingeladen, dennoch macht man sich Gedanken, ob das gebotene den Preis pro Nase von 139 Euro wert ist. Wir sind zum Schluß gekommen: Ja. Allerdings bekam meine Laune schon zu Beginn einen deftigen Dämpfer, als man, kaum nach Betreten des Spiegelzeltes, an der Garderobe für zwei Jacken sieben Euro zahlen darf. Das empfand ich als herbe Abzocke und brauchte einige Zeit, die Vorstellung genießen zu können. Solche "Kleinigkeiten" scheinen sich aber auf den Erfolg der Veranstaltung nicht auszuwirken.
Positiv fand ich es, besonders wenn ich an die zweite Dinnerkrimi-Vorstellung denke, die wir gesehen haben, dass man - besonders auf den etwas teureren Tischen in der Manege - genügend Platz zum Sitzen hatte. Beim Dinnerkrimi saß man tatsächlich fast Schulter an Schulter und konnte sich kaum rühren - da fühlten wir uns so abgezockt, dass wir nie wieder hingegangen sind.

05.02.2010
Die Reisebeschreibung Wien - Rom von Franz Pforr weiter abgetippt (etwa fünf Seiten). Vor fast genau einem Jahr war ich mit dem Digitalisieren bis zum achttägigen Aufenthalt der Lukasbrüder in Venedig gekommen, liess die Sache dann aber ruhen. Nun will ich den Rest abtippen. Zur Hauptsache wurden in den heute getippten fünf Seiten die letzten Besichtigungen in Venedig (inclusice der Besichtigung einer Fregatte in der Lagune) beschrieben, sodann die Schiffs- und Kutschenreise bis nach Ferrara. Zur Reisebeschreibung...

04.02.2010
Illustrationen des Rurik-Expeditionszeichners Choris:   Bei der Rurik-Expedition war Ludwig Choris Expeditionsmaler und -zeichner. In der Zeit vor der Photographie eine wichtige Aufgabe. Eine Reihe von Illustrationen bearbeitet (Farbstiche beseitigt etc) und auf die Seite von Chamissos Reise gestellt.

Illustration von Choris
Der Rurik vor Sankt Helena

03.02.2010
Adelbert von Chamisso - "Reise um die Welt"  Die letzten hundert Seiten waren noch zum exzerpieren, das ist jetzt nachgeholt (vgl. Eintrag zum 24.01.2010). Hier nun also die Zitate und Passagen, die mir besonders gut gefallen haben: ...mehr

02.02.2010
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von 1831).

Epsilon Aurigae - Vergleich CCD/DSLR/pe zu Digicam
Man macht natürlich immer mal wieder einen Vergleich der eigenen Messungen mit den Messungen anderer Beobachter. Mein gewähltes Equipment für die Beobachtung des Minimums von Epsilon Aurigae (Digitalkamera Canon IXUS 70) ist "low-budget" und ich werte keine RAW- sondern das normale jpg-Format aus. Das ist ein bewusstes Experiment, ich könnte mit mehr Aufwand auch Beobachtungen mit meiner EOS 450D machen (oder gar mit meiner Starlight SX CCD-Kamera). Mein "low-budget"-Ansatz soll demonstrieren, dass auch mit kleinem Budget Veränderlichenbeobachtung möglich ist - ganz abgesehen davon, dass Sebastian Otero vorgeführt hat, was mit "no-budget", sprich mit dem blossen Auge, alles machbar ist.
Die Lichtkurve unten zeigt eine Sammlung von Messungen aus der AAVSO-Datenbank, bei der nur die als "V" bezeichneten Werte berücksichtigt sind. Ob dies tatsächlich alles V-Werte sind, sei einmal dahingestellt. Jedenfalls bieten diese Werte eine Mischung aus photoelektrischen Messungen, CCD-Messungen und RAW-Auswertungen von DSLR-Kameras. Die größten Abweichler habe ich sukzessive identifiziert und ausgefiltert, einige weitere Beobachter hätten das auch noch verdient. Meine Digicam-Werte sind die roten Punkte, die Ordinatenwerte gehören nur zu den pe/CCD/DSLR-Messungen.
Die Hauptmerkmale der Lichtkurve sind brauchbar erfasst, auch die Helligkeitsschwankungen ausserhalb der eigentlichen Bedeckung sind nachweisbar.
Kritisch sind die Werte aus der Zeit, als Epsilon Aurigae nur in der Dämmerung und sehr tief am Horizont beobachtbar war. Mein Wert von JD 2454974 (das ist auch gleichzeitig mein hellster Wert) ist beispielsweise sehr grenzwertig: Ohne Feldstecher war der Stern visuell gar nicht mehr zu sehen, und es mussten einige Dutzend Aufnahmen addiert werden, um Epsilon Aurigae sowie die beiden Vergleichssterne überhaupt ordentlich nachweisen zu können. Dennoch ist dieser Wert so unsicher, das ich ihn wahrscheinlich noch streichen werde.
Eigentümlichkeiten der Lichtkurve gehen teilweise auf das jpg-Format zurück (die Amplitude ist gestaucht, da die Digicam nicht linear arbeitet), teilweise auf die Beobachtungsbedingungen (bei JD 2455062 bis 2455066 habe ich einen Wechsel von Morgen-Beobachtungen zu Nacht-Beobachtungen vorgenommen, bei denen der Zenitabstand leider größer und damit natürlich auch die Luftmasse größer war als bei den Morgenhimmel-Beobachtungen der Woche zuvor).
Trotz allem finde ich die bisher vorhandene Lichtkurve befriedigend.

Lichtkurve Epsilon Aurigae, Vergleich

01.02.2010
Cantigas de Amigo CD "Cantigas de Amigo", Ensemble Alcatraz mit Kitka (Dorian Recordings)
"13th-Century Galician-Portuguese Songs & Dances of Love, Longing & Devotion". Ich liebe diese Art von Musik, aber mit dieser CD bin ich nicht warm geworden, trotz dreifachen Anhörens. Den Stimmen fehlt es an Leidenschaft, an Biss, an Ausdruck - dem von Montserrat Figueras verwöhntem Ohr klingt das alles zu brav, zu stark nach easy-listening. Die Trommel wird geschlagen (nein betupft), als wäre sie ein edles geliehenes Stück und dürfe nicht beschädigt werden. Das flötenartige Blasinstrument ist für dynamische Passagen schlichtweg ungeeignet und so weiter und so fort. Ich kann nicht verhehlen, dass mich die CD nicht beeindruckt. Vielleicht liegt es daran, dass die Musiker und Musikerinnen fast überwiegend aus San Franzisco und Umgebung kommen und wie (wirklich) brave amerikanische College-Girls singen und spielen. Vielleicht ist auch ein Schuss Absicht dabei, dass der Klang manchmal nahe am gut verkäuflichen "Celtic Sound" dran ist.
Die Musik ist ein Mix aus alten Versatzstücken und neuen Zutaten, teils auch mit improvisatorischen Elementen, wobei auch für neu geschriebenen Passagen die guten alten Cantigas de Santa Maria die Grundlage bilden. Den ersten Titel (Sen calar) kann man mehrfach anhören, was aber zur Hauptsache an der berühmten Cantiga de Santa Maria No. 380 liegt, die das Stück unterfüttert. Der siebte Titel ist ein Instrumentalstück, eine Fantasie über die Cantiga de Santa Maria No. 1, insgesamt etwas zu lang und einförmig, aber ganz nett. Erwähnenswert sind noch Titel 9 (Bailemos nos ja todas), Titel 12 (Mia irmana fremosa) und Titel 17 (Rosa das Rosas, mit der hineinarrangierten Cantiga de Santa Maria No. 10).
Was an dieser im großen und ganzen anämischen CD laut Booklet explizit hervorzuheben sei, ist die betont hohe technische Aufnahmequalität, bei der es beispielsweise keine dynamische Kompression gibt und von pianissimo bis zum fortissimo alles im natürlichen Verhältnis wiedergegeben sei. Na ja, das reisst es auch nicht heraus.

30.01.2010
Jeff Jones - Zeichner, Illustrator, Maler, Comic-Autor
Ich habe einige Jahre die Comic-Zeitschrift "Schwermetall" gelesen, und fast in jeder Nummer war Jeff Jones mit einer Seite aus einer der Serien "Idyl" oder "I'm age" vertreten - meist schöne junge Frauen, sehr weiblich, gut gebaut, der Inhalt des Comic oft dunkel in bester Psychedelic-Tradition. Der aufgelöste lockere Strich passte ideal zu den nackten Mädchen - ich habe diese Comics immer sehr gerne angeschaut und einige der Zeichnungen kopiert,um diesen Strich zu üben. Gestern und heute habe ich recht umfänglich nach Jeff Jones recherchiert und viel Material zusammengesammelt. Beeindruckend ist, wie viele Fans und Sammler von Jones immer noch in den höchsten Tönen schwärmen.

Jeff Jones, aus I'm age
Jeff Jones, aus I'm age
Oben zwei Ausschnitte aus der lange laufenden Serie "I'm age", deren Protagonisten meist ein oder zwei nackte Mädchen sind. Jede Episode umfasst eine Seite, die Zeichnungen dominieren und der Text ist zweitrangig.

Jeff Jones, Goddess of Ganymede
Ein sehr frühes Beispiel für Jones Arbeit als Illustrator: Ein Ausschnitt aus einem Titelbild für einen Reisser namens "The Goddess of Ganymede". Die klassische Situation: Das Männchen rettet beziehungsweise verteidigt das Weibchen ("damsel in distress"). Die junge Frau, sehr drall, sehr sehr weiblich, sehr textilreduziert, wird von einem riesenhaften Hünen gegen ein bösartiges Raubtier verteidigt - mit einem Schwert, versteht sich.

Die Biographie von Jeff Jones ist wechselhaft. Nachdem er schon mit Anfang zwanzig sehr intensiv und sehr erfolgreich gearbeitet hat, entschloss er sich noch in den achtziger Jahren, nicht mehr kommerziell zu arbeiten. Psychische Probleme, eine gescheiterte Ehe, eine Geschlechtsumwandlung mit der Folge, dass sich auch die zweite Frau von ihm/ihr trennte und Jones in der Folge fast schon von Almosen lebte, weil sie nichts mehr besass usw usf. Inzwischen hat sich Jeffrey Catherine Jones gefangen, und sie produziert wieder. Auch eine neue Webseite mit viel Material gibt es von ihr, wobei leider das Material nicht ganz professionell gescannt ist und die meisten Abbildungen einen leichten Farbstich haben. Aber Hauptsache, Jones arbeitet wieder.

29.01.2010
Mein Arbeitsweg beträgt knapp 13 Kilometer - einfach. Immer mit dem Fahrrad, zu jeder Tages- und Nachtzeit, bei jedem Wetter. Im Sommer ist das in 35 Minuten erledigt, im Winter in 45 Minuten, und bei Schnee und Eis wie in den letzten beiden Wochen können das auch schon mal 75 Minuten werden, am Tag also zweieinhalb Stunden körperlich und mental anstrengende Fahrt. Trotzdem kann man manchmal noch die Winterstimmung genießen. Die 15 Sekunden lang belichtete Aufnahme täuscht: Es war Nacht, wenn auch nicht dunkel.

Arbeitsweg

27.01.2010
Messier-Projekt: Messier 35 - Auf den Aufnahmeserien vom 20.01.2010 findet sich M35 noch einmal, wiederum zwanzig mal. Es liegt nahe, die erste bearbeitete Serie (vgl. 20.01.2010) mit dieser Serie zu kombinieren. Mit nunmehr 40 Aufnahmen à 5 Sekunden kommt M35 noch besser heraus.

Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von Beginn 1830 bis 13.2.1831).

26.01.2010
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge von Januar 1830 bis 21.4.1830).

25.01.2010
Eckermann, J.P.: "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens" - weitergelesen (Einträge vom April 1829 bis Ende 1829).

24.01.2010

Diskussion zwischen Ulrich Raulff und Jakob Köllhofer
Ulrich Raulff beim Signieren
Ulrich Raulff im Gespräch über sein Buch "Kreis ohne Meister"
Wie erwartet war der Vortragssaal im Deutsch Amerikanischen Institut voll, trotz Schneeregen an diesem Tag: Ein Thema wie Stefan George und sein Kreis zieht eben in Heidelberg. Dass der Altersschnitt des Publikums deutlich über 50 lag, war zu erwarten, auch dass das Verhältnis der Geschlechter im Publikum trotz des Themas (immerhin ein Dichter) ziemlich ausgeglichen war.
Mit 20 Minuten Verspätung begann die Veranstaltung. Statt einer Lesung gab Jakob Köllhofer, der Leiter des DAI, Fragen vor, die dann Ulrich Raulff Gelegenheit zu mehr oder weniger langen Antworten gaben. Nur selten entspann sich eine Art Diskussion zwischen den beiden. Das Publikum war fast ausschließlich in eine passive Rolle gedrängt.
In einer fast schon ermüdenden Phase der Veranstaltung hielt es Michael Buselmeier nicht mehr auf seinem Platz, und er stellte sehr kritische Nachfragen zur Nichtbeachtung von Wolfgang Frommel und des Nachlebens Stefan Georges in Amsterdam. Immerhin stellte die von Frommel mitbegründete Zeitschrift Castrum Peregrini erst 2008 ihr Erscheinen ein. Laut Buselmeier wird Frommel nicht nur kaum beachtet, sondern wenn von ihm die Rede ist, auch regelmäßig kritisch bis boshaft beurteilt. Eine überzeugende Antwort auf diese längliche Frage blieb Raulff leider schuldig. Sich darauf zu berufen, wenig Material zur Verfügung gehabt zu haben, zieht nicht: Auch für die anderen Themen musste er sein Material erst zusammensuchen - warum dann nicht auch zu Frommel?
Schade, dass es mangels Zeit nicht möglich war, am Ende Fragen aus dem Publikum zuzulassen, so blieb alles doch zu sehr auf die sehr betulich vorgetragenen und eher unkritischen Fragen von Köllhofer beschränkt. Dennoch habe ich nicht bereut, die Veranstaltung besucht zu haben.
Mehrfach erinnerte mich übrigens Ulrich Raulff in Sitzhaltung und Körperhaltung (auch von der Frisur her...) an das berühmte "Bildnis Max Hermann-Neiße" von George Grosz.

Adelbert von Chamisso - "Reise um die Welt"
Adelbert von Chamisso - Reise um die Welt, Buschumschlag Mit der Lektüre habe ich zwar schon im Sommer 2009 begonnen, aber das letzte Viertel erst im Januar 2010 fertig gelesen und exzerpiert. Über die Reise von Chamisso, die Expedition des Rurik, gibt es im Internet genügend leicht zu findende Darstellungen. In der Wikipedia findet man unter dem Schlagwort "Rurik-Expedition" einen exzellenten Beitrag, auch der Volltext ist im Web zu finden sowie alle vom Expeditionsmaler und -zeichner Ludwig Choris veröffentlichten Abbildungen (siehe Linkliste). Es ist unnötig, das alles wiederzukäuen, ich habe statt dessen Zitate zusammengestellt, die mir gut gefallen haben. Gelesen habe ich die Ausgabe des Societäts-Verlags von 1979, die 33 farbige Abbildungen enthält, ein ausführliches Nachwort von Robert Mingau und genügend Anmerkungen. Alle Seitenangaben kommen aus dieser Ausgabe.
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Johann Heinrich Füssli
Zu den interessantesten Gestalten der Kunstgeschichte gehört sicherlich Johann Heinrich Füssli (1741-1825). Ein Stilleben kann man sich von ihm nicht vorstellen, wohl aber Bilder mit mehr oder weniger abwegigen bis erotischen Themen. Nicht immer anatomisch korrekt, aber voller Dynamik, wie auf der Illustration zu Hamlet, bei der die muskulösen Beine der Männer fast wie Froschschenkel wirken. Auch der Akt mit der klavierspielenden Frau im Hintergrund hat eine Stimmung, die weit entfernt von vergleichbaren Bildern ist. Und das Füssli nicht vor expliziten Zeichnungen zurückschreckt sieht man am dritten Bild, dem "Symplegma eines gefesselten nackten Mannes und zweier Frauen". 1997 war in Stuttgart eine grosse Ausstellung zu Füssli, da konnte man solche Bilder gehäuft sehen. Heute zwei Stunden damit verbracht, zu Füssli zu lesen und mal wieder Bilder anzuschauen. Dass Füsslis Figuren meist abenteuerliche Frisuren haben, ahnt man schon auf diesen drei Beispielen. Die konziseste Darstellung Füsslis findet sich in keinem Lexikon, sondern in der Neuen Züricher Zeitung vom 24.1.1998 von Matthias Vogel: "Der Maler als Feuergeist und kühler Stratege. Neue Forschungsergebnisse zu Johann Heinrich Füssli."

Füssli, Szene aus Hamlet
Füssli, Szene aus Hamlet

Füssli, Akt und Klavierspielerin
Füssli, Akt und Klavierspielerin

Füssli, Symplegma eines gefesselten nackten Mannes und zweier Frauen
Füssli, Symplegma eines gefesselten nackten Mannes und zweier Frauen

23.01.2010
Im Kino (Studio Europa): "soul kitchen" - Ein Film von Fatih Akin.
Wegen der Vorschußlorbeeren und der guten Kritiken wollte ich den Film sehen - und es hat sich gelohnt. Ganz toll. Nicht alles war lustig, aber zwischendurch musste ich immer wieder Tränen lachen. Eine klasse Musik, was auch Spaß machte. Vor allem: Ein Haufen internationaler Charakterköpfe, was durchaus auch eine Hommage an die multi-kulti-Weltstadt Hamburg ist. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass einige Dialoge wegen der vielen Nebengeräusche (oder der Musik) nicht ganz zu verstehen waren. Die ungarische Schauspielerin Dorka Gryllus, die die Physiotherapeutin Anna Mondstein spielt, hat mir sehr gut gefallen. Zu ihr habe ich etwas Material im Internet gesucht.

22.01.2010
Animation KT Eri Nova KT Eri (= Nova Eridanus 2009): Heute abend habe ich die 20 Aufnahmen der Nova KT Eri bearbeitet, die ich am 20.1.2010 gewonnen habe, und eine kleine Animation gemacht. Die Nova, die im Maximum am 14./15.11.2009 etwa 5,6 mag hell wurde, aber erst am 25.11.2009 entdeckt wurde, wird hier in der Animation an drei Tagen gezeigt, am 29.11.2009, am 13.12.2009 und am 20.01.2010. Gegenwärtig hat sie nur noch etwa 10,6 mag und wird allmählich zu schwach für meine Kamera-Objektivkombination (Canon EOS450D mit 1,4/50). Jede Aufnahme besteht aus einer Kombination von 20 Einzelaufnahmen à 5 Sekunden. Leider sind die Einzelaufnahmen für die Animation nicht nach Norden ausgerichtet. Bisher habe ich an vier Abenden jeweils 20 Aufnahmen des Sternfelds um die Nova gemacht. Addiere ich alle 80 Aufnahmen, dann kommt folgendes Ergebnis heraus (wobei Norden diesmal oben ist):

Nova KT Eri, Summe aus 80 Aufnahmen
Sternfeld um die Nova KT Eri, Norden ist oben, Maßstab 1:1

21.01.2010
Messier-Projekt: Messier 45 - Gestern habe ich auch 20 Aufnahmen der Plejaden für das Messier-Projekt gemacht. Zwar habe ich schon genug Aufnahmen der Plejaden, aber noch nicht mit der Canon EOS 450D. Das Ergebnis ist nicht optimal und verlangt nach einem zweiten Versuch - irgendwann. Wahrscheinlich ist es besser, die Belichtungszeit auf 3 Sekunden zu reduzieren und die Anzahl der Aufnahmen auf 40 zu erhöhen, was allerdings in eine nervtötende Arbeit ausartet: Alle Aufnahmen müssen ausgerichtet und dann addiert werden. Immerhin deutet sich der auffallendste der Nebel an, der Merope-Nebel.

20.01.2010
Messier-Projekt: Messier 1 - Hans Vehrenbergs Konzept für sein "Messier-Buch", alle Objekte im einheitlichen Maßstab darzustellen, hat mich immer beeindruckt, und immer wieder nehme ich den Band in die Hand und blättere darin. Deswegen liegt es nahe, auch ein eigenes Projekt durchzuführen, und zwar mit meiner Canon EOS 450D und dem 1,4/50-Objektiv. Eine Nachführung werde ich nicht verwenden. Einige Objekte habe ich inzwischen schon fotografiert, heute war die Chance, Messier 1 (den Krebsnebel, Krabbennebel, Crab) aufzunehmen, und die Chance habe ich genutzt. 21 Aufnahmen mit jeweils 5 Sekunden Belichtungszeit wurden in IRIS zu einer recht tiefen Aufnahme addiert, die den Nebel schön zeigt.
Diese Aufnahme als die Ouvertüre zum Projekt zeige ich noch auf dieser Webseite, alle folgenden Objekte dann auf einer eigenen Projektseite.

M1, Crab, Krebsnebel, Messier 1

Messier-Projekt: Messier 35 - Auf der gleichen Aufnahme wie Messier 1 befindet sich der Offene Sternhaufen Messier 35. Mit NGC 2158 und IC 2157 befinden sich zwei weitere Offene Sternhaufen im gleichen Bildausschnitt wie M 35:

Messier-Projekt: Messier 37 - Auch der reiche Offene Sternhaufen M 37 befindet sich auf der oben genannten Aufnahme - es ist ein deutlicher Vorteil, mit kurzen Brennweiten zu arbeiten.

19.01.2010
Weitergemalt am aktuellen Bild, mit der linken Gestalt fast fertig geworden. Als Arbeitstitel stelle ich mir inzwischen "Garagentraum" vor.

Hubble Ultra Deep Field 1 und Hubble Ultra Deep Field IR
Von September 2003 bis Januar 2004 investierte das Hubble-Space-Telescope rund 1 Million Sekunden Belichtungszeit in die bis heute "tiefste" Aufnahme des Weltalls. Umgerechnet auf die Betriebskosten des Weltraumteleskops ist leicht auszurechnen, dass es sich beim resultierenden "Hubble Ultra Deep Field" (HUDF) auch mit Abstand um das teuerste Foto aller Zeiten handelt. Nach der letzten Servicing-Mission im Mai 2009 mit (u.a.) dem Einbau der Wide-Field Camera 3, einer neuen infrarotempfindlichen Kamera, wurde 2009 ein Nachfolger des HUDF erstellt - nicht ganz so gross wie das HUDF, nicht ganz so lange belichtet, mit etwas anderer Orientierung, aber eben in Farben, für die es noch keine vergleichbar tiefen Aufnahmen gab.
Bis jetzt habe ich noch keine Kombination dieser beiden Aufnahmen gesehen und deswegen für den Hausgebrauch selber eine erstellt. Dafür habe ich den blauen und grünen Farbkanal des HUDF1 als neuen Blaukanal genommen, den Rotkanal des HUDF1 und den Blaukanal des HUDF2 als neuen Grünkanal, und den Grünkanal und Rotkanal des HUDF2 als neuen Rotkanal. Erstellt habe ich das ganze mit Christian Buils Software IRIS.
Das Ergebnis ist nun wirklich die tiefste Aufnahme des Weltraums, und selbst in diesem doch sehr rotverschobenen Blick gibt es Galaxien, die einfach nur rot sind. Hier ein kleiner Ausschnitt (Format 1:1). Anclicken des Bildes zeigt das komplette Bild mit 2455p x 2220p.

Addition von Hubble Ultra Deep Field 1 (HUDF-1) und HUDF-2
Um das volle Format zu sehen, auf das Bild clicken.

18.01.2010
Nach vier Wochen Pause mal wieder eine Bandprobe, sogar in fast kompletter Besetzung.

Mittags den Mitschrieb eines Chats über Epsilon Aurigae mit Teilnehmern mit so klingenden Namen wie Arne Henden und Robert Stencel gelesen, korrekter: nur die ersten paar Seiten gelesen. "White Noise" kann man nur sagen, schade um die Zeit der Beteiligten. Einfach nur noch kindergartenhaft und dümmlich, aber selbstverständlich selbst-affirmativ: Was machen wir für tolle und aufregende Sachen. Aber leider macht man sich mit solch einem Niveau nur etwas vor.

17.01.2010
Kurz vor Mitternacht aufklarendes Wetter, sofort 17 Aufnahmen von
Epsilon Aurigae gemacht. Die Auswertung dieser Aufnahmen am Folgetag deutet an, dass Epsilon Aurigae die konstante Minimumsphase erreicht haben könnte.

Lichtkurve von Epsilon Aurigae, Stand 17.01.2010

Fidus-Projekt - komplette Webseite fertiggelesen. Etwas umständlich das ganze, ein fortlaufender Text wäre mir lieber gewesen. Aber viele interessante Einsichten und Hinweise sind zu finden. Auch für Kafka-Leser interessant, vgl. die Beiträge über Hungerkünstler.

16.01.2010
Noch bis 31.1.2010 läuft in München die Ausstellung "Lieber sterben als meine Ideale verleugnen! Karl Wilhelm Diefenbach (1851-1913)". Eine Reise wert ist sie mir nicht, interessieren tät' sie mich aber doch. Schön, dass im Fidus-Projekt eine sehr ausführliche Kritik veröffentlicht worden ist. "Kritik" ist auch der Tenor dieser Besprechung, denn Edi Goetschel, der diese Webseite pflegt, spart nicht mit deutlicher Kritik an der Ausstellungskonzeption und an den dargestellten Werken - und auch Diefenbach wird auf eine wohltuende Art als das gesehen, was er wohl in erster Linie war: Ein effekthascheriger Selbstdarsteller. Links:
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Über Diefenbach stolpert man automatisch, wenn man sich mit Fidus beschäftigt. Für Fidus interessiere ich mich, seit ich 1976 die Abbildung "Walzer" (genauer: "Tempeltanz der Seele III") in einem Jugendstil-Bildband sah.

15.01.2010
Giuseppe Verdi "Rigoletto" im Heidelberger Theater (Opernzelt). Schöne Inszenierung, ich habe mich aber weniger auf die Handlung der Oper konzentriert als auf die Musik und das Spiel der Musiker - das fällt leicht, wenn man in der ersten Reihe sitzt. Einer der Cellisten stach in der Intensität und der Qualität seines Spiels so heraus, dass ich mich heute über ihn informierte. Es ist der gerade einmal zwanzig Jahre alte Tomasz Daroch aus Lodz, der gegenwärtig noch in Mannheim Violoncello studiert, in Orchestern und kleinen Ensembles aber schon international unterwegs ist und bereits eine ganze Reihe von Auszeichnungen sein eigen nennt. Seltsam, wie schnell man spürt, dass man jemand außergewöhnliches vor sich hat.

12.01.2010
Seit Wochen bedeckter Himmel, nur einmal konnte ich Ende Dezember eine Aufnahmeserie von Cepheus machen. Nun endlich klarte es nachts für einige Zeit auf, nicht ganz, aber das Sternbild Aurigae war ohne Wolken, und ich konnte 21 Aufnahmen von Epsilon Aurigae machen. Die Auswertung zeigt, dass der Stern in den vergangenen vier Wochen seit der letzten Aufnahmeserie noch etwas schwächer geworden ist. Allerdings scheint nun die Phase konstanter Helligkeit erreicht worden zu sein. Die nächsten Wochen werden es (hoffentlich) zeigen.

Lichtkurve von Epsilon Aurigae, Stand 12.01.2010

Auf der diesjährigen Tagung der American Astronomical Society präsentierten Hoard, Howell & Stencel ein neues Modell des Systems, bei dem entgegen früherer Annahmen der F-Stern kein Überriese ist, sondern ein Post-Asymptotic-Giant-Branch-Objekt mit einer erheblich reduzierten Masse (ca 2,2-3,3 statt wie früher angenommen 15 Sonnenmassen). Im Zentrum des Systems steht also der unsichtbare aber massereichere B5-Hauptreihenstern, der von einer Staubscheibe verhüllt wird. Alle 27 Jahre wandert der F-Stern dann hinter die Staubscheibe, und somit reduziert sich das Licht des Gesamtsystems. Hier eine maßstabsgerechte Skizze des Modells:

10.01.2010
Bela Hassforther 1976 Gut eine Stunde lang Flickr-Seiten zum Hippie-Trail angeschaut. Es kann einem ganz wehmütig zu Mute werden, wenn man diese Dokumente aus den sechziger und siebziger Jahren ansieht, als man noch monatelang unterwegs sein konnte, als die heute nahezu unpassierbaren Länder Irak, Iran, Afghanistan von Jugendlichen ohne Probleme bereist wurden, als man noch mit dem Bus von Deutschland nach Indien und Nepal reiste und der Spaß wenig mehr als 100 D-Mark kostete, als es noch kein Problem war, wochenlang ohne Kontakt zur Heimat zu sein, als die Leute alle noch schlank waren, die Haare lang, die Zukunft offen und so weiter und so fort.
Das Foto ist von 1976, von einer achtwöchigen Reise mit Elke durch Griechenland, fast immer im Zelt oder unter freiem Himmel, mit wenig Geld. Ich sitze auf der griechischen Insel Lesbos, und im Hintergrund sieht man die türkische Küste. Solche Reisen haben wir einige gemacht. Nein, ich muss nicht auf die Erinnerungen anderer Leute neidisch sein.

07.01.2010
Chamisso  weiter exzerpiert und endlich bis zu der Stelle gekommen, bei der ich im Sommer mit der Lektüre aufgehört habe. Etwas weitergelesen.

06.01.2010
Adelbert von Chamisso, "Reise um die Welt" Das Buch habe ich im Sommer 2009 fast fertig gelesen, bis es mir etwas langweilig wurde. Jetzt will ich es beenden. Um wieder reinzukommen, habe ich es von vorne durchgeblättert, die angestrichenen Stellen noch einmal gelesen und die interessanteren Passagen in eine eigene Datei geschrieben.

ASML, Arno Schmidt, Karl May, Gabriele Gordon (Wolff), Hans Wollschläger  Seit vielen Jahren bin ich bei der ASML, der Arno-Schmidt-Mailing-Liste angemeldet, habe allerdings nur wenige Mails selber geschrieben. Es gibt Beiträger, deren Mails man nur überfliegt, und Beiträger, deren Mails man mehrmals und gründlich liest. Zu letzteren Beiträgern gehört Gabriele Gordon (geborene Wolff), eine Staatsanwältin, Krimi-Autorin und ausgewiesene Karl-May-Kennerin und Forscherin. Auch zu Arno Schmidt hat sie immer sehr fundiertes zu sagen, wobei es eigentlich egal ist, über was sie schreibt: Ich lese immer mit viel Genuß ihre sowohl inhaltlich wie formal außergewöhnlich guten Texte. Heute gab es von ihr eine Mail mit einem Schlenker hin zu Arno Schmidts Frau, deren Mediokrität sie betonte und auch einen Vergleich zur ersten Ehe von Karl May mit Emma Pollmer zog. Daher habe ich geschaut, ob Karl Mays Studie über seine Frau online verfügbar ist (ist sie nicht) und dann die lange Studie von Gabriele Wolff "Ermittlungen in Sachen Frau Pollmer" (rund 300 Seiten) abgespeichert, um sie in naher Zukunft zu lesen.

Bei der Gelegenheit habe ich auch etwas in den in Ausschnitten über Google Books vorhandenen Band von Hans Wollschläger "Karl May. Grundriß eines gebrochenen Lebens" hineingelesen und war begeistert. Was man alles lesen müsste...

04.01.2010
Aufsätze und Pressemitteilungen zu Epsilon Aurigae. In diesen Tagen tagt wieder die AAS (die American Astronomical Society), anläßlich derer es immer wieder interessante oder manchmal nur laut angepriesene Forschungsergebnisse sogar in die Tagespresse schaffen. Die bisher für mich wichtigste Veröffentlichung war ein fast schon zu erwartendes neues Modell des berühmten Bedeckungsveränderlichen Epsilon Aurigae: Was ich ahnte (ohne Witz) aber noch nicht so recht belegen konnte scheint wahr zu sein: Es handelt sich bei der hell leuchtenden Komponente nicht um einen Überriesen, sondern um ein PAGB-Objekt (Post-Asymptotic-Giant-Branch-Objekt), also um einen Verwandten meiner Lieblings-Veränderlichen, der RV-Tauri-Sterne.

02.01.2010
Weihnachtszirkus in Heidelberg  Der jährliche Besuch ist ein Muss. Während uns allerdings im letzten Jahr die meisten Vorführungen schon etwas bekannt vorkamen, gab es diesmal neue Akrobaten (und Clowns) mit einem neuen und tollen Programm. Der Besuch hat Spaß gemacht.

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