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Journal 2017

Auftritt mit den Lightnings in Oggersheim

(24.02.2017) Unser zweiter Auftritt im "Schwarzwaldstübl" in Oggersheim. Nicht besonders viele Leute da (es gab konkurrierende Faschings-Veranstaltungen), aber die Stimmung wie schon beim ersten Auftritt super - und das ist das, was Spaß macht. Hat ein gutes Publikum, das Schwarzwaldstübl.

Lightnings, 24.02.2017
Die Lightnings in Oggersheim; von links:
Waldemar Martin, Klaus Petrick, Claus Hochgeschwnder, Béla Hassforther
Größere Version.

Neues Ölbild "Stelen" begonnen

(21.01.2017) Nach der Fertigstellung des "Torsos mit Schmerbauch" hatte ich noch etwas Zeit, deswegen habe ich gleich noch ein weiteres kleines Ölbild begonnen: "Stelen". Seit zehn Jahren skizziere ich immer mal wieder Stelen in kargen, mitunter topfebenen Landschaften, jetzt mache ich das halt mal in bunt. Hier der Stand nach der ersten Stunde.

Stelen, 21.02.2017
"Stelen" (work in progress), 2017, Öl auf Ölmalpapier, 30 cm x 40 cm

Neues Ölbild "Torso mit Schmerbauch im Eis"

(21.01.2017) Die Kernidee des Bildes war, einen Torso mit Schmerbauch in irgendeiner Landschaft zu malen. Ursprünglich dachte ich sogar noch, ihn auf einem Sockel zu plazieren, so wäre der Kontrast zum klassischen Schönheitsideal sehr augenfällig geworden - aber halt auch etwas zu plakativ. So ist der arme Kerl (oder der Rest des armen Kerls) letztlich in einer Eislandschaft gelandet.

Lange habe ich an dem kleinen Bild nicht rumgemacht: Begonnen am 17.1.17, fortgesetzt am 24.1. und am 7.2.17, fertig gemacht am 21.2.17.

Torso im Eis
"Torso mit Schmerbauch im Eis", 2017, Öl auf Ölmalpapier, 30 cm x 40 cm

Andy Hunt - "Pragmatic Thinking & Learning"

(24.01.2017) Vollständiger Titel: Andy Hunt - "Pragmatic Thinking & Learning. Refactor your Wetware". An dem Buch habe ich ziemlich genau eine Woche gelesen. Mir hat die Lektüre Spaß gemacht und sie hat - denke ich - auch einiges gebracht. Leider habe ich das Buch nur als eBook gelesen, und das war suboptimal: Ich hätte gerne etwas angestrichen oder Stellenkommentare gemacht, das geht aber leider nicht. So bleibt mir nur übrig, einige Tage lang zu überlegen, ob ich das Buch jetzt noch in der Papierversion kaufe und es einfach noch einmal durcharbeite. Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste: Eine glatte 1.

Andy Hunt - Pragmatic Thinking & Learning.

VV Cep - Lichtwechsel Mai 2008 bis Dezember 2016

(17.01.2017) Dieses Jahr, vermutlich ab August, beginnt das langerwartete Bedeckungsminimum dieses Riesensystems. Ich habe im Mai 2008 mit meinen Beobachtungen begonnen, bis 2015 mit einer kleinen Canon Ixus 70. Gemessen habe ich die Grünauszüge der JPG-Aufnahmen, da die IXUS 70 keine RAW-Aufnahmen abspeichert. Seit 2014 habe ich - nach einer gewissen Zeit mit Parallelbeobachtungen - umgestellt auf eine Canon EOS 450D, die Aufnahmen im RAW-Format liefert. Die damit gewonnenen Werte sind deutlich genauer. Insgesamt sind in dieses Diagramm über 550 Aufnahmen eingegangen. Und jede Aufnahme ist die Summe aus durchschnittlich 9 Einzelbelichtungen, die addiert wurden. Viel Arbeit also.

VV Cep
Ausgeglichener Lichtwechsel von VV Cep von 2008 bis 2016.
Alle 10 Tage wurde ein Wert von einer gezeichneten Lichtkurve abgelesen.

Der Lichtwechsel ist ziemlich komplex. Ins Auge fallend ist ein Lichtwechsel mit einer stark wechselnden Amplitude von 0,05 mag bis etwa 0,5 mag und typischerweise etwa 160 Tagen Periode. Weiterhin ist ein ganz langsamer Trend zu sehen, mit einem Maximum um JD 2455200 und einem Minimum bei JD 2457000. Dieser Lichtwechsel könnte mit der Bahnbewegung des verformten Roten Überriesen zusammenhängen, der uns eine unterschiedlich große und helle Oberfläche zuwendet. Sehr unsicher (noch) ist eine dritte Komponente mit einer typischen Periode von 700 bs 800 Tagen.

Das Bedeckungsminimum im Visuellen (also im grünen Licht) wird voraussichtlich nur 0,2 mag tief sein, wird sich also nicht leicht vom jetzt schon komplexen Lichtwechsel abheben und nur im blauen Licht deutlich sein.

Aber lassen wir uns einfach überraschen...

Vortrag von Rüdiger Nehberg

(08.01.2017) Ich mag ihn einfach, den Rüdiger Nehberg. Wie kein anderer hat er das Thema "Survival" in Deutschland bekannt gemacht, immer mit Humor, und war immer den Mitbewerbern nicht einen Schritt, nicht meterweit - nein: meilenweit voraus. Im Tretboot über den Atlantik, im Einbaum über den Atlantik, die Reisen in den Urwald, in die Wüsten, der Umgang mit fremden Völkern, die unglaubliche Erweiterung der Speisekarte - irre, der Mann...

Sein Vortrag in der Reihe "Traumpfade" in der Maimarkthalle in Mannheim bestand aus zwei Teilen. In der ersten Stunde erzählte er seine Biografie, mit vielen launigen Anekdoten und schönen Fotos. Angesichts des Alters der Fotos wird klar, dass Nehberg von Beginn an mit hochwertigen Foto- und Film-Ausrüstungen gearbeitet hat, eine spätere Vermarktung also nicht an mangelnder Qualität auf Grund von Geiz scheitern sollte. Dass Nehberg seine Projekte und Unternehmungen hochprofessionell angeht ist immer zu spüren - bis hin zu einer Ausbildung bei den Kampfschwimmern zur Vorbereitung der Atlantiküberquerung (dass die ihn erstmal gefesselt ins Wasser schmissen und er wiederbelebt werden musste zeigt, was er in Kauf nahm). Auch der Marsch durch ganz Deutschland ohne Ausrüstung und ohne Nahrungsmittel zum Ausloten seiner Grenzen zeigt, wie schonungslos sich selbst gegenüber er sich vorbereitet.

Natürlich gab es im Vortrag Passagen, die etwas unappetittlich aussahen: Eine böse Wunde als hilfreiche Nahrungsquelle - indem man von Zeit zu Zeit die Fliegen, die sich drauf setzen, mit der Hand erschlägt, was laut Nehberg einen Esslöffel hochwertigen Proteins ergibt. Oder Fotos von ermordeten Goldgräbern aus dem Yanomami-Gebiet, die sich gegenseitig für ein T-Shirt, wegen eines Goldzahns, aus Wut umbrachten.

Der zweite Teil nach der Pause bestand aus der Schilderung seines Kampfes gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen. Dieses Thema verfolgt er immer noch mit aller Energie, hat auch beachtlichen Erfolg, wobei er sich dabei gleichermaßen in Wüsten wie auf höchstem diplomatischen Niveau bewegen muss. Faszinierend. Und schön, dass er nicht am verbreiteten Islam-Bashing teilnimmt, sondern die islamischen Geistlichen als Mitstreiter im Kampf gegen die Genitalverstümmelung gewinnt und selbst den höchsten islamischen Geistlichen in einer Privataudienz sein Material vorstellen kann. Nehberg ist ein Mann ohne Vorurteile!

Am schönsten fand ich allerdings, Nehberg zu beobachten: Wie er vor dem Vortrag am Büchertisch arbeitet, wie er in der Pause zwischen den Vorträgen sofort wieder zum Büchertisch eilt, am Ende natürlich auch, mit welcher Höflichkeit, Freundlichkeit und Geduld er die Käufer, Fragenden und Aufmerksamkeit-heischenden behandelt, die Empathie, die im Vortrag zum Ausdruck kommt, die Energie, die er in die Themen steckt, an die er glaubt. Es macht Mut zu sehen, dass das alles auch noch im Alter von 81 Jahren möglich ist, in einem Alter, in dem viele schon final zum Couch-Potatoe mutiert sind. Ein tief beeindruckender Mensch.

Rüdiger Nehberg

Rüdiger Nehberg
Rüdiger Nehberg am Büchertisch

Wolfgang Büscher - Hartland"

(04.01.2017) Im August 2014 habe ich "Berlin - Moskau" von Wolfgang Büscher gelesen. "Berlin - Moskau" verleitet dazu, mehr von Büscher zu lesen, "Hartland" liest man und findet es gut, aber danach würde man es mit Büscher gut sein lassen. Dass ich nach "Hartland" noch Lust habe, auch seine "Deutschlandreise" zu lesen, ist das Erbe meiner Begeisterung für sein bekanntestes Buch, für "Berlin - Moskau".

Büscher, Hartland

Büscher hat diese Reise nicht nur zu Fuß gemacht (wie der Untertitel suggeriert); längere Abschnitte legt er im Auto oder mit einem Bus zurück, teils auch deswegen, weil Unwetter in den USA schnell lebensgefährlich werden und eine Flucht das einzig vernünftige ist. Und im Süden kann wiederum die große Hitze in wüstenhaften Gegenden lebensgefährlich sein.

Büscher ist allein unterwegs. Dennoch scheint er nicht unbedingt die Gesellschaft anderer zu suchen (im Bus mit den Sträflingen bleibt er für sich; als er tagelang wegen Regen in einem Motel bleiben muss, macht er sich schon Sorgen, ob er ob seiner Schweigsamkeit nicht etwa unangenehm auffällt usw). Der Mangel an guten Gesprächen, an interessanten Gesprächspartnern macht das Buch etwas monoton: Mir kam Büscher etwas arg in seinen Kokon eingesponnen vor.

Auch wenn man nicht in Privatdingen wühlen will: Wieso macht Büscher diese zeitlich lange und über lange Strecken einsame Reise? Wieso trennt er sich ein Vierteljahr von seiner Frau, seinen Kindern? Kommt er so lange ohne Sex aus? Oder nutzt er auf der Strecke die einschlägigen Angebote für Truckerfahrer? Sehr wenig privates kommt zur Sprache. Ist hier ein Neutrum unterwegs? Oder war das Ziel weniger das Kennenlernen eines Landes (was ich als mißlungen bezeichnen würde) als das Abarbeiten einer Herausforderung? Oder eine Flucht aus dem Alltagstrott?

Das Buch ist vielleicht zu kurz: Ich habe den Eindruck, dass die Erzählung am Anfang noch umfangreicher ausfiel, Beschreibungen dichter waren, ab der Hälfte des Bucher dann aber flüchtiger wurden. In der Mitte des Buches hat Büscher erst ein Drittel der Strecke zurückgelegt. Vielleicht durfte er eine formale Grenze (300 Seiten) nicht reißen. Ist es so, dann ist es kein Wundenr, denn kann man eine dreimonatige Reise quer durch einen Kontinent tatsächlich auf 300 Seiten beschreiben?

Büscher sollte aufpassen, nicht ins Fahrwasser der altgewordenen Berufsjugendlichen zu geraten, die ihre Bubenträume von der Eroberung der großen weiten Welt im fortgeschrittenen Alter endlich realisieren wollen und sich peinlicherweise oft ein moralisches Feigenblatt anhängen, also statt "Nordpol zu Fuß" zum Beeindrucken der "Chicas" lieber ihre Egotrips damit begründen, auf die "Erwärmung der Erde" oder "das Elend der Eisbären" oder weiß Gott was hinweisen zu wollen.


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